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Chronik Burgenland
09/06/2021

So denkt Österreich über das Burgenland

Abseits der Politik gibt es kaum bekannte Landsleute – sagen die anderen Österreicher. 277 von ihnen wurden befragt, die Ergebnisse sind teils überraschend.

von Michael Pekovics

Das mit den Klischees ist ja so eine Sache. Manchmal stimmen sie, dann wieder nicht. Jedenfalls sind sie mitentscheidend dafür, wie etwas wahrgenommen wird. Eine Umfrage von Telmark Marketing anlässlich des Jubiläumsjahres ist der Frage nachgegangen, wie das Burgenland von Österreich gesehen wird.

Die Ergebnisse sind durchaus überraschend und auch wieder nicht. Übrigens: 39 Prozent der Befragten sind Wiener, 22 Prozent Niederösterreicher, der Rest verteilt sich auf die anderen Bundesländer. Burgenländer wurden keine befragt,

Da hätten nämlich vermutlich mehr eine Antwort auf die Frage gewusst: „Nennen Sie eine bekannte lebende Persönlichkeit aus Sport, Schauspiel und Musik.“

Lässt man Landeshauptmann Hans Peter Doskozil als bekanntesten burgenländischen Politiker außen vor, gibt es kaum Landsleute, die österreichweit bekannt sind.

„Dem Burgenland fehlt ein Imageträger oder ein Testimonial, der oder die das Bundesland personifiziert“, sagt Studienleiter Robert Sobotka von Telmark Marketing. Fast sechs von zehn Befragten ist genau niemand eingefallen, das Ergebnis also Auftrag an alle Lukas Resetarits’ und Thomas Stipsits’ (jeweils 16 Prozent Bekanntheit) des Burgenlandes, ihre Herkunft öfter zu betonen.

Letzterem wird das derzeit schwerfallen, hat er sich doch erst vergangene Woche eine Auszeit von der Bühne genommen (der KURIER berichtete). Eine Pause vom Alltag nehmen – auch dafür ist das Burgenland bekannt, haben doch fast die Hälfte der Befragten in den vergangenen fünf Jahren Urlaub im Burgenland gemacht.

Weitere 43 Prozent würden gerne in Pannonien urlauben. Überhaupt meinen 45 Prozent der Befragten, dass der Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig des Burgenlandes ist, noch vor dem Weinbau (31 Prozent) und der Landwirtschaft (14 Prozent).

Vielleicht lässt sich damit erklären, warum das Burgenland für viele Österreicher zwar für „schön, gemütlich und sympathisch“ steht, die Attribute „dynamisch, sportlich und modern“ aber kaum mit dem östlichsten Bundesland in Verbindung gebracht werden.

Bekannte St. Martins Therme

Überraschend ist auch, dass die St. Martins Lodge in Frauenkirchen die bekannteste Therme des Landes ist, noch vor der Sonnentherme Lutzmannsburg und dem Avita Ressort in Bad Tatzmannsdorf, der ehemaligen Burgenlandtherme. Erstaunlich ebenfalls, dass der Wunsch nach Urlaub in einer burgenländischen Therme von den Befragten kaum ausgesprochen wird. Da könnte aber auch mit dem Zeitpunkt der Umfrage im Sommer zu tun haben.

Dementsprechend fielen auch die Antworten nach den im Burgenland besonders gut auszuübenden Sportarten aus: Radfahren (62 Prozent) wurde von den Befragten am häufigsten genannt, dahinter folgen Segeln (55 Prozent) und Kiten beziehungsweise Windsurfen (49 Prozent). Ebenfalls genannt wurden Schwimmen und Wandern.

See und Wein, das ist fein

Was den Spitzensport betrifft, hat das Burgenland allerdings Aufholbedarf. Mehr als der Hälfte der Befragten ist kein erfolgreicher burgenländischer Sportler eingefallen. Am ehesten verbinden die Österreicher sportliche Erfolge aus dem Burgenland mit Segeln, Fußball und Kiten.

Und was fällt den Österreichern grundsätzlich ein, wenn sie spontan an das Burgenland denken? Die wenig überraschenden Antworten: Neusiedler See (62 Prozent) und Wein (42 Prozent). Womit sich am Ende wieder bestätigt, dass sich so manches Klischee durchaus mit der Realität deckt.

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