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Chronik Burgenland
04/10/2021

Slow Food Markt: Große Chance für kleine Produzenten

Nach Parndorf und Lutzmannsburg soll auch in Rechnitz ein Markt der Erde etabliert werden.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Ihren Status als 1156 erhobene und somit älteste Marktgemeinde des Burgenlands wird Lutzmannsburg im Bezirk Oberpullendorf auch heute gerecht. „Schuld“ daran ist nicht zuletzt der Verein Slow Food, der sich der Förderung der Esskultur, des Genusses und der regionalen Vielfalt der Lebensmittel verschrieben hat.

Als dritter „Slow Food Earth Market“ in Österreich – nach Parndorf und Horn (NÖ) – wurde jener in Lutzmannsburg 2018 gegründet. Auch wenn die Bedingungen dieses Jahr Corona-bedingt nicht die einfachsten sind, so bitten die Veranstalter rund um Kerstin Rohrer heute, Samstag, unter dem Motto „3. Geburtstag … mal anders“, von 9 bis 14 Uhr zum Markt beim Pfarrstadel.

Regional und saisonal

Das Besondere: Auf dem Markt sind nur kleinbäuerliche Anbieter vertreten, deren Produktionsstätte maximal 40 Kilometer vom Marktstandort entfernt ist. Die Produkte werden regional, saisonal und unter Anwendung nachhaltiger Methoden erzeugt.

Gegenpol zu Fast Food

Seinen Ursprung hatte Slow Food in den 1980er Jahren in Italien: Eine Bewegung mit Carlo Petrini an der Spitze hatte sich das Ziel gesetzt, das Genießen des Essens zu fördern und als Gegenpol zu Fast Food zu fungieren.

Die Anliegen der Bewegung scheinen derzeit aktueller denn je zu sein. „Ziel ist es nach wie vor, den Konsumenten Zugang zu guten, sauberen und fairen Lebensmitteln aus der Region zu ermöglichen“, sagt Rohrer. Die Nachfrage steigt.

Zu kaufen gibt’s etwa Bio-Tofu aus dem Seewinkel, Wildfleischprodukte aus Steinberg-Dörfl, Bier und Honig aus Kobersdorf oder Hühner- und Gänsefleisch aus Mattersburg, um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Warme Speisen zum Mitnehmen

Auch die Marktküche bleibt nicht kalt – wenngleich die Speisen zum Mitnehmen sind. Auf dem Speiseplan stehen heute, Samstag, unter anderem Spanferkel vom Grill mit Krautsalat, Bärlauchstrudel und Mehlspeisen.

Geboten wurden – bis zum Ausbruch der Pandemie – auch Workshops, wie etwa Striezelbacken mit dem Bio-Bäcker, oder Kräuterwanderungen. Derzeit müsse man besondere Vorsicht walten lassen: Nicht nur das Tragen von FFP2-Masken ist Pflicht, auch der Abstand muss eingehalten werden.

Der Mann der ersten Stunde

Mann der ersten Stunde bei Slow-Food-Burgenland ist der Bio-Landwirt Josef Jugovits aus Schachendorf (Bezirk Oberwart). Er war an der Gründung des „Earth Markets“ in Lutzmannsburg beteiligt. Jetzt versucht Jugovits mit Bio-Winzer Thomas Straka einen weiteren Slow Food Earth Market in Rechnitz zu etablieren.

Suche nach Produzenten

„Auch wenn die Umstände derzeit sehr schwierig sind: Wir hatten schon sieben Markttage“, sagt Jugovits. Das Angebot werde sehr gut angenommen. Allerdings suche man händeringend nach lokalen Produzenten, die – wie es für einen Earth Market erforderlich ist – aus dem Umkreis von 40 Kilometern kommen.

Großen Bedarf gebe es etwa bei Fleisch und Gemüse. Das müsse er etwa aus dem Seewinkel holen, sagt Jugovits, der selbst u. a. verschiedene Öle herstellt sowie Linsen und Koriander anbaut. „Die Konsumenten sind aber immer wieder erstaunt, was bei uns im Burgenland alles wächst und gedeiht.“

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