© Uschi Zezelitsch

Chronik Burgenland Aus Ihrer Region
03/27/2021

"Kräuterhexe" Uschi Zezelitsch hat viele Talente

Mit ihren Gartensendungen wurde sie Fernsehzuschauern ein Begriff. Doch die Mattersburgerin ist auch als Malerin, Sängerin und Autorin aktiv

von Stefan Jedlicka

Berufswünsche von Kleinkindern pflegen sich im Laufe der Jahre nicht selten noch deutlich zu wandeln. Nicht so im Falle von Uschi Zezelitsch. Und das ist umso erstaunlicher, als ihr Traumberuf in jungen Jahren wahrlich kein alltäglicher war. „Wenn man mich gefragt hat, was ich werden möchte, wenn ich groß bin, habe ich laut meiner damaligen Kindergärtnerin geantwortet: eine Kräuterhexe“, erinnert sich die Mattersburgerin. Als Studentin schlüpfte sie mehrere Jahre lang in ihre selbst erfundene Rolle der Kräuterhexe „Winni Wurzel“ und braute im Rahmen von „Burg Forchtenstein Fantastisch“ magische Kräutergetränke für Kinder aus dem In- und Ausland.

"Natur im Garten"

Österreichischen und deutschen Fernsehzusehern wurde sie von 2007 bis 2017 durch die Sendung „Natur im Garten“ bekannt. Aus der Beliebtheit ihrer Rubrik „Uschi gräbt um“ resultieren nach wie vor Einladungen zu Workshops, Vorträgen und Seminaren in alle Bundesländer, erzählt sie. 2015 erschien ihr erstes gleichnamiges Buch. Im April 2020 kehrte sie an der Seite von Karl Ploberger mit der neuen Rubrik „Uschi blüht auf“ wieder zu „Natur im Garten“ zurück. Im ORF Burgenland kennt man sie aus „Uschi hoch zu Beet“.

Nach ihrem Studium der Pädagogik war Zezelitsch zunächst drei Jahre lang als Heil- und Sonderpädagogin tätig, ehe sie im Jahr 2000 das Kinder-Kulturprogramm „Fritz Fürstlich“ auf Schloss Esterhazy startete. „Ich revitalisierte auch den historischen Joseph Haydn-Kräutergarten in Eisenstadt und war dort für Kräuterführungen und Workshops verantwortlich“, berichtet sie. Ende 2007 wurde die „adelige Fledermaus“ Fritz Fürstlich in Pension geschickt, bis 2009 leitete Zezelitsch in der Sonnentherme Lutzmannsburg die Gästebetreuung und Programmentwicklung. Für den Hasen „Sunny Bunny“ entstanden unter anderem Kurzgeschichten, die auch in Pixibuch-Form erschienen und vertont wurden.

Einsatz für die Natur

Seit 2010 entwirft sie als Konsulentin für Kulturvermittlung Konzepte für Kinder- und Familienerlebnisprogramme. Und sie setzt sich für eine intakte Umwelt ein: „Ich sehe es als eine meiner wichtigsten Aufgabe als Pflanzenfachfrau, auf die Besonderheiten unserer Landschaft aufmerksam zu machen. Nicht selten liegt das große Glück in den kleinen Dingen, in einem kleinen Unkräutlein und dieses Erlebnis nehmen meine Gäste oft als etwas ganz Großes mit nach Hause,“ sagt sie.

Im Naturpark Rosalia-Kogelberg lädt Uschi Zezelitsch zu Pflanzenabenteuern für die ganze Familie. Doch die Interessen gehen weit darüber hinaus. Seit 1983 stellt sie Aquarell- und Acrylmalerei aus. Seit 1985 singt sie bei diversen Jazzformationen. Ihre im Jahr 1999 gegründete Band „Serafina“ plant für Mai nach längerer Pause wieder einmal ein Konzert. Als schönste Zeit ihres Lebens bezeichnet Zezelitsch jene 20 Jahre, in denen sie das Catering am Jazzfest Wiesen leitete. „Ich war sehr traurig, als das zu Ende gegangen ist, bin aber immer noch involviert und hoffe, dass bald wieder mehr dort stattfinden kann.“

Seit ihrer Jugend schreibt sie außerdem. „Die ersten Gedichte entstanden im Alter von elf Jahren, mein erstes Theaterstück für Kinder als ich 18 war“, erinnert sie sich. „Hexleins Liebhabewolken“ wurde 1988 zur Aufführung gebracht. Ihre Tage- und Reisebücher füllen Schränke.

Ein Hexenhaus

Aktuell ermutigt die Mattersburgerin Pädagogen im Lehrgang „Lernraum Natur“ der Pädagogischen Hochschule dazu, Unterrichtseinheiten in der Natur abzuhalten und liefert das nötige Know-how. Sofern Corona es zulässt: „Ich hoffe, dass ab dem Sommer wieder Unterricht möglich ist.“ Schreiben würde sie gerne ein Kräuter-Kinderbuch mit der Hexe „Winni Wurzel“. „Und am allerbesten wäre eine Garten-Sendung für Kinder, die ich gerne gestalten und moderieren würde.“

Einen Traum als Pippi-Langstrumpf-Fan hat sie sich 2018 erfüllt: Ihre „Villa Himmelrot“ wurde nach eigenen Vorstellungen gebaut und ist ihr Refugium, in dem sie mit ihren Katzen Nelson und Fraser lebt. „Da schweben Hexenbesen über dem Herd, im und rund um das ganze Haus“, schwärmt sie. Hier finden auch alle TV-Dreharbeiten statt. Außerdem kleine Konzerte und Lesungen, Pflanzen- und Kochwerkstätten.

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