© Koglbauer Claudia

Chronik Burgenland
11/24/2020

Oberpullendorf: Petition gegen Businesspark gestartet

Initiative kritisiert „Schnellschuss“ für den geplanten Businesspark und fordert eine Belebung der Innenstadt.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Nach der Verlängerung der Schnellstraße S31 vor etwa drei Jahren, wurden immer wieder Überlegungen angestellt – zwischen Oberpullendorf und Steinberg-Dörfl beim Kreisverkehr B61a/B50 –, einen interkommunalen Businesspark zu etablieren. Unterstützung kommt auch vom Land.

Jetzt gibt es Widerstand gegen das Projekt: Die Bewegung für ein lebenswertes Oberpullendorf (BLOP!) und Teilnehmer des Klimastammtisches haben eine Online-Petition (openpetition.de/!nachhaltigop) gestartet. Gerichtet ist sie an Stadt, Land und Wirtschaft Burgenland (WiBUG).

Gefordert wird u. a. eine Auskunft, wie die Pläne konkret aussehen sollen sowie eine Einbindung von Bevölkerung und Unternehmern in die Projektentwicklung.

Knapp 400 Unterschriften wurden bisher (Stand Montag, Anm.) gesammelt.

Dietmar Csitkovics, selbst Unternehmer in Oberpullendorf und Mitinitiator der Online-Petition, steht dem geplanten Businesspark kritisch gegenüber und spricht von einem „Schnellschuss“. „Wir haben bereits jetzt etliche Leerstände in der Innenstadt“, sagt Csitkovics, der ein weiteres „Sterben lokaler Kleinbetriebe“ befürchtet.

Zudem sei unklar, welche Unternehmen sich in dem Businesspark ansiedeln werden. Für die ohnehin durch die Corona-Krise gebeutelten Wirtschaftstreibenden in der Stadt bedeute das weiteres Gefahrenpotenzial. Csitkovics führt auch die stark zunehmende Bodenversiegelung im Land ins Treffen. „In Ober- und Mitterpullendorf stehen ohnehin 71 Hektar an Betriebsflächen zur Verfügung.“

"Oberpullendorf 2025-Stadt der Zukunft"

Kritik übt er an der „schleppenden Weiterentwicklung“ des Arbeitskreises „Oberpullendorf 2025 – Stadt der Zukunft“. Wie berichtet war das Projekt im Vorjahr mit dem Ziel gestartet, den Stadtkern zu beleben.

Derzeit stehen laut Bürgermeister Rudolf Geißler (ÖVP) etwa 15 Prozent der Geschäfte in Oberpullendorf leer. „Das ist ein Problem, das wir mit vielen anderen Städten in Österreich teilen“, betont der Stadtchef. Aufgrund der Corona-Krise hätten nun die Sitzungen des Arbeitskreises verschoben werden müssen.

Dennoch gebe es auch aktuell Bestrebungen, die Leerstände mit neuem Leben zu erfüllen, sagt Geißler. Erschwert würden die Anstrengungen aber u. a. an zu hohen Mietpreisvorstellungen der Eigentümer, wie ihm berichtet werde.

Die Entwicklungen rund um den Businesspark sieht Geißler nicht als Schnellschuss und auch nicht als Konkurrenz für die Innenstadt: „Es sind Unternehmen, die sich am Stadtrand ansiedeln wollen, weil sie ohnehin größere Grundstücke brauchen, die sie in der Stadt nicht finden würden.“

Möbel und Fast-Food

Die Rede ist vom Interesse eines großen Möbelhändlers und eines Fast Food-Anbieters am genannten Standort. Bürgermeister Geißler wolle aber bei den Zukunftsplänen auch über die Stadtgrenzen hinausschauen: Man müsse den Businesspark auch im regionalen Kontext betrachten. „Ergreifen wir die Chance nicht, verliert der Bezirk weiter Kunden. Die fahren dann nach Oberwart oder Wiener Neustadt einkaufen.“

Beteiligung von Gemeinden

Im Gemeinderat hatten Ende des Sommers 22 der 23 Gemeinderäte für den Businesspark gestimmt. Laut Infrastruktur-Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) haben etwa zwei Drittel der Gemeinden im Bezirk ihre Zusage gegeben, sich zu beteiligen.

Der Clou: Die mitmachenden Gemeinden würden sich die Haftungen der Darlehen für die Errichtung ebenso teilen wie anfallende Kommunalsteuern.

Der Landesrat sieht eine „Aufwertung des Wirtschaftsstandortes Oberpullendorf und der gesamten Region“ durch das Projekt: „Betriebe werden sich ansiedeln, es wird die lokale und regionale Wirtschaft gestärkt – und es wird eine Vielzahl an Jobs geschaffen“, erklärt Dorner. Durch die „Konzentration des Businessparks in einem Gebiet“, werde auch „der Bodenversiegelung in anderen Teilen des Bezirks entgegengewirkt“, kontert der Landesrat.

Für Projekt-Kritiker Csitkovics ist die Vorgehensweise unverständlich. „Ich sehe die Politik gefordert, an Lösungen zu arbeiten, um die Innenstädte zu beleben.“

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