Gutachter Kurt Nagler vom Ökologiebüro Breitenbrunn mit Regina Petrik

© Grüne Burgenland

Chronik Burgenland
01/13/2021

Nordburgenland: Standort für Spital erneut in der Kritik

Grüne präsentieren Gutachten und fordern Alternativen. SPÖ verteidigt geplanten Neubau in Gols.

von Michael Pekovics

Während in Oberwart im Südburgenland die Bauarbeiten am neuen Krankenhaus mit voller Kraft weitergehen, steht der geplante Neubau im nordburgenländischen Gols weiter in der Kritik.

Am Dienstag präsentierten die Grünen zwei Gutachten, die sich klar gegen den von der SPÖ ins Auge gefassten Standort aussprechen. „Wir unterstützen den Bau eines Krankenhauses im Bezirk Neusiedl am See, aber dieses Areal liegt in einer besonders schützenswerten Zone“, sagt die Grüne Landessprecherin Regina Petrik.

Durch den Bau werde ein offener Bereich im Siedlungsband geschlossen, wodurch 21 Kilometer „geschlossenes Siedlungsgebiet“ zu erwarten seien. Das Rechtsgutachten von Heinrich Vana sieht einerseits die Notwendigkeit einer strategischen Umweltprüfung (SUP) und andererseits klare Widersprüche zum Landesentwicklungsplan 2011.

„Darin wird eindeutig darauf hingewiesen, dass Naturraum nicht vermehrbar ist und daher der Zersiedelung entgegengetreten werden muss“, sagt Vana, der auch den Status Unesco Welterbe gefährdet sieht. Petrik fordert die Landesregierung auf, den Masterplan für Burgenlands Spitäler zu veröffentlichen. „Wir wissen nach wie vor nicht, warum dieser Standort angeblich der beste sein soll.“

Gutachter sind dagegen

Untermauert werde das von zwei Gutachten. Darin kommt etwa Kurt Nadler vom Ökologiebüro in Breitenbrunn zum Schluss, dass durch den Neubau „eine unüberwindbare Barriere für alle Tiere entstehen“ würde, schließlich seien „diese zwei Kilometer der letzte freie Bereich zwischen Parndorf und Halbturn, der noch nicht zersiedelt ist“. Durch den Bau werde ein offener Bereich im Siedlungsband geschlossen, wodurch 21 Kilometer „geschlossenes Siedlungsgebiet“ zu erwarten seien.

Das Rechtsgutachten von Heinrich Vana sieht einerseits die Notwendigkeit einer strategischen Umweltprüfung (SUP) und andererseits klare Widersprüche zum Landesentwicklungsplan 2011. „Darin wird eindeutig darauf hingewiesen, dass Naturraum nicht vermehrbar ist und daher der Zersiedelung entgegengetreten werden muss“, sagt Vana, der auch den Status Unesco Welterbe gefährdet sieht.

Petrik fordert die Landesregierung auf, den Masterplan für Burgenlands Spitäler zu veröffentlichen. „Wir wissen nach wie vor nicht, warum dieser Standort angeblich der beste sein soll.“

SPÖ verteidigt Standort

Die SPÖ hält jedoch weiter am Bauvorhaben an genau diesem Ort fest. Das neue Spital werde dazu beitragen, dass die Burgenländer wohnortnah medizinisch betreut werden, und es sei hier besser erreichbar als der derzeitige Standort in Kittsee, betonte Gesundheitssprecher Kilian Brandstätter in einer Aussendung.

Das Flächenwidmungsverfahren soll demnächst starten. Es sei jederzeit möglich, sich konstruktiv an dem Projekt zu beteiligen. „Ich verwehre mich aber dagegen, vorab mit Gutachten um sich zu schmeißen und die Gesundheit als politischen Spielball zu missbrauchen“, sagte Brandstätter.

Mit maximal 30 Minuten Fahrtzeit für 105.000 Menschen im Nordburgenland sei der Standort perfekt geeignet, auch dank der guten Anbindung ans Verkehrsnetz. Alternative Standorte wie Neusiedl oder Parndorf seien zwar auch geprüft, aber aufgrund der angespannten Verkehrssituation wieder verworfen worden.

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