Leuchtturm Podersdorf am See

© Podersdorf Tourismus/Martin Reiter

Chronik Burgenland
10/27/2020

Neusiedler See: Wenn Regen Entspannung bringt

Niederschlagsreiche Wochen lassen Pegelstand endlich steigen, externe Wasserzufuhr bleibt dennoch Thema.

von Michael Pekovics

Für die Segler ist die Saison am Neusiedler See gelaufen. Die meisten Boote sind bereits eingewintert, nur noch wenige liegen noch im Wasser. Vereinzelt wagen sich Surfer ins circa acht Grad kalte Nass.

Für die meisten Wassersportler kam der mit Herbstbeginn zunehmende Niederschlag aber zu spät. Durch die teilweise sehr ergiebigen Regenfälle der letzten Wochen steigt aber bereits jetzt die Vorfreude auf das kommende Jahr.

Denn im Oktober überstieg der Wasserstand erstmals in diesem Jahr jenen des Vorjahres und liegt derzeit bei 115,32 Zentimeter über Adria.

Der Regen brachte insgesamt 14 Zentimeter Höhe, umgerechnet sind das rund 42 Millionen Kubikmeter Wasser. Das ist auch für Österreichs größtes stehendes Gewässer eine ordentliche Menge – und eine bitter notwendige. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Seen speist sich das „Meer der Wiener“ zum Großteil aus Niederschlägen.

Einser-Kanal komplett geschlossen

Zuflüsse wie die Wulka oder Ortskanäle machen nur einen geringen Teil aus. Seit der Einser-Kanal in Richtung ungarischer Rabnitz 2015 komplett geschlossen wurde, ist auch kein Wasser mehr abgeflossen.

Dafür geht es beinahe zu 100 Prozent wieder dorthin, wo es hergekommen ist: nach oben. Diese Bilanz war in den vergangenen Jahren mit heißen Sommermonaten negativ, sinkende Wasserstände die Folge. Im Mai sank der Pegelstand sogar unter das langjährige Minimum.

Studien prüfen Zuleitung

Die Politik reagierte postwendend und präsentierte Pläne einer Wasserzuleitung, um den See als Landschaftselement zu erhalten. „Die kurzfristige Entspannung ändert nichts an diesem Vorhaben“, sagt Christian Sailer, der im Amt der Burgenländischen Landesregierung dem Hauptreferat Wasserwirtschaft vorsteht und die „Task Force Neusiedler See“ leitet.

Noch in dieser Woche sollen Studienergebnisse vorliegen, die die verschiedenen Möglichkeiten einer Wasserzuleitung untersucht haben. „Darauf basierend werden wir dann Konzepte entwickeln und die weitere Vorgangsweise abklären“, sagt Sailer. Derzeit wird vor allem eine Zuleitung aus der Mosoni Donau, einem Seitenarm auf ungarischem Gebiet, ins Auge gefasst. „Neben zusätzlichem Wasser ist unser wichtigstes Ziel, das vorhandene Nass in der Region zu halten, zum Beispiel mit Grabensystemen“, erklärt Sailer.

Denn nicht nur der Neusiedler See leidet unter den klimatischen Veränderungen, auch der Grundwasserspiegel sinkt immer weiter und liegt derzeit im Burgenland ebenfalls unter jenem des Vorjahres. Das hat zur Folge, dass landwirtschaftliche Nutzung oft nur mehr mit Bewässerung möglich ist – was wiederum auf Kosten des Grundwassers geht.

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