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06/18/2020

Nahversorger-Förderung für Bauern, Wirte und Greißler

Neue Nahversorger-Richtlinie soll Ortskerne stärken und Unternehmen und Landwirte unterstützen

von Roland Pittner

Alte Getreidesorten, Ölsaaten und vieles mehr bietet Astrid Schranz in ihrem Hofladen in Oberschützen, Bezirk Oberwart, an. Die Bäuerin hat gemeinsam mit ihrem Mann 2016 den landwirtschaftlichen Betrieb übernommen. 2017 kam die Entscheidung für die biologische Wirtschaftsweise und die Direktvermarktung. Auf 40 Hektar werden pro Jahr rund 20 verschiedene Kulturen angebaut.

„Wir haben eine große Vielfalt und dadurch viele besondere Produkte, die wir alle am Betrieb veredeln“, sagt Schranz. Egal ob Mehl oder Öle, alles wird selbst hergestellt. Dazu hat die Landwirtin auch einiges investiert. Ein neuer Verkaufsraum, sowie ein Seminarraum sind entstanden. „Außerdem haben wir unsere Lagermöglichkeiten ausgebaut“, sagt Schranz. Dazu bekam sie auch Fördergelder für die Diversifizierung von landwirtschaftlichen Betrieben.

Jetzt gibt es zudem Förderungen im Rahmen der Nahversorger-Richtlinie, wie die zuständige Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf erklärt. 1,6 Millionen Euro stehen hier Gewerbebetrieben vom Greißler bis zum Buschenschank oder Wirten zur Verfügung. So soll das Burgenland zur Modellregion für die Verknüpfung von Bio und Regionalität werden.

Investitionskosten von mindestens 10.000 Euro bis maximal 100.000 Euro werden gefördert, der Fördersatz beträgt 40 Prozent. Kofinanziert wird das von EU und Land. 27 Projekte wurden bereits genehmigt und sind in der Abwicklung. Rund die Hälfte des Budgets, das aus Landes- und EU-Mitteln besteht, stehe noch für neue Projekte zur Verfügung.

200 Direktvermarkter

Im Burgenland gibt es rund 200 bäuerliche Direktvermarkter. Rund die Hälfte davon sind Mitglieder im Landesverband Bäuerlicher Direktvermarkter, dem Schranz als Obfrau vorsteht. „Die Tendenz ist leicht steigend“, sagt LK-Präsident Nikolaus Berlakovich.

Geht es nach dem Land, könnten es noch mehr sein. Vor allem um die Ortskerne zu stärken, immerhin gebe es 70 Gemeinden im Land, die ohne Nahversorger auskommen müssten. „Denn nicht nur die Bevölkerung profitiert, auch für den Tourismus und die Wirtschaft ist es ein wichtiger Erfolgsfaktor“, betont Eisenkopf.

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