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Chronik Burgenland
07/27/2022

Mehr oder weniger Tourismus – wie Zahlen anders gelesen werden

Aktuelle Tourismusstatistik für Juni sorgt je nach Sichtweise für Jubel und Kritik.

von Michael Pekovics

Nackte Zahlen lügen ja bekanntlich nicht. Und doch kann ein und derselbe Wert auf mindestens zweierlei Arten interpretiert werden. Aktuelles Beispiel: die Tourismuszahlen für den Monat Juni.

117.670 Ankünfte und 341.645 Übernachtungen wurden im ersten Juni ohne Corona-Maßnahmen registriert. Im direkten Vergleich mit dem letzten Vor-Corona-Juni im Jahr 2019 gab es also tatsächlich einen kleinen Rückgang – nämlich um 7.146 Ankünfte (minus 5,7 Prozent) und 12.109 Übernachtungen (minus 3,4 Prozent). So weit die eingangs erwähnten nackten Zahlen.

In der Presseaussendung des Landes mit dem Titel „Aufwärtstrend setzt sich im Juni fort“ wird allerdings von einer Zunahme gesprochen. Weil nämlich heuer mehr Übernachtungen verzeichnet wurden als im Schnitt (328.030) der Jahre 2016 bis 2019. Also in jenem Zeitraum, in dem das Burgenland erstmals über drei Millionen Nächtigungen pro Jahr erzielte.

Blau sieht Rot

Gar nicht grün ist diese Statistik hingegen den Blauen. Die wettern nämlich, dass „ein fettes Minus schon als Erfolg gefeiert wird“. Warum das? Weil heuer im Vergleich zu 2019 um 1.000 Betten mehr zur Verfügung stünden und außerdem in der Zwischenzeit ein digitales Meldesystem installiert worden sei, das das „Durchrutschen“ von Buchungen um rund zehn Prozent verringere, rechnet FPÖ-Landesparteichef Alexander Petschnig vor.

Und trotzdem: Der Vergleich mit dem Juni des Vorjahres, also 2021, zeigt ein Plus sowohl bei Ankünften (6,9 Prozent) als auch bei Nächtigungen (2,4 Prozent). Insgesamt wurden heuer im ersten Halbjahr bereits 93 Prozent des Nächtigungsaufkommens der Vor-Corona-Zeit, also 2019, erreicht.

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