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Chronik Burgenland
07/21/2021

Landwirtschaftskammer erwartet stark unterdurchschnittliche Ernte

Landwirtschaftskammer prognostiziert durch Dürre und Unwetter eine schlechte Ernte, Getreidehändler warten noch mit ihrem Urteil

von Roland Pittner

Im ganzen Land sind die Mähdrescher noch unterwegs und die Ernte wird in die Silos gefahren. Die Landwirtschaftskammer (LK) zog am Mittwoch schon eine erste Erntebilanz in Gols, Bezirk Neusiedl am See.  „Im Vergleich zu 2020 fällt die Ernte heuer stark unterdurchschnittlich aus. Während 2020 mehr als 311.000 Tonnen Getreide geerntet wurden, liegt die heurige Ernte mit geschätzten 270.000 Tonnen weit unter der des Vorjahres“, erklärt LK-Präsident Niki Berlakovich.

Wetterkapriolen

Tiefe Temperaturen im Frühjahr, lang anhaltende Trockenheit sowie Unwetter und Hagel sind, laut LK die  Ursachen für diesen Rückgang.    Allein im Bezirk Oberwart richteten Hagelunwetter Schäden an etwa 4.000 Hektar Ackerkulturen an, den die Hagelversicherung mit rund einer Million Euro beziffert.

 „Das kühle Frühjahr sowie die darauffolgende Hitze und Dürre schlagen im Getreidebau mit einem satten Minus von rund 13 Prozent bei der Erntemenge  zu Buche.  Der Winterweizen –  als stärkste Getreidekultur – verzeichnet Ertragseinbußen von fast zehn Prozent gegenüber 2020, die Erntemenge  liegt bei etwa 182.000 Tonnen“, schätzt LK-Vizepräsident Werner Falb-Meixner. Er nennt als Beispiel seine Heimatgemeinde Zurndorf, Bezirk Neusiedl. Von Ende Mai bis Mitte Juli fiel de facto kein Regen.  „Der Winterweizen weist ein Niederschlagsdefizit von 47 Prozent auf, durch die rasche Abreife des Korns ist auch die Qualität unter jener des Vorjahres“, sagt Falb-Meixner. 

Agrarhandel

Im Agrarhandel will man die Ernteschätzungen der Landwirtschaftskammer noch nicht für voll nehmen. „Selbst im Seewinkel ist die Ernte nur bis zu 90 Prozent abgeschlossen“, sagt Hannes Mosonyi Obmann des Landesgremiums des Agrarhandels in der Wirtschaftskammer. Er könne noch nicht von Mengen und Qualitäten sprechen. „Die geernteten Flächen sind noch nicht sehr aussagekräftig dafür, wie sich die Ernte im Burgenland entwickeln wird“, meint der Agrarunternehmer.  Nächste Woche werde ein Großteil der Flächen abgeerntet sein,  „dann werden wir sehen, wie die Ernte gelaufen ist“, sagt Mosonyi.  Dann würden auch erste Preise für Getreide und Raps feststehen.

Die Getreideanbaufläche ist gegenüber 2020 um rund 4.000 Hektar zurückgegangen. „Die Wintergerste ist um 42,1 Prozent gesunken“, meint Berlakovich. Zuwächse gebe es hingegen bei Sojabohnen und Mais.  Auf die Herbstkulturen können die Bauern noch hoffen. Der heiß ersehnte Regen Mitte Juli kam für das Getreide und Raps eindeutig zu spät. „Für die Herbstkulturen war dieser Regen aber für die weitere Entwicklung dringend notwendig“, meint Falb-Meixner.

Klimafit

Auch im Biobereich sei die Ernte laut Berlakovich „unterdurchschnittlich“. 57.400 Hektar werden im Burgenland biologisch bewirtschaftet. Geht es nach der Landesregierung sollen es noch mehr werden. 

Die Landwirtschaftskammer setzt bei der Beratung Schwerpunkte  zum Klimawandel. „Unsere Fachberater stehen den Bauern zur Seite“, sagt Berlakovich. Durch Beratungspakete zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit oder Humusaufbau und umfangreiche Praxisversuche will man die Landwirtschaft klimafit machen. „So schaffen wir die Basis für die Ernährungssicherheit“, meint Berlakovich. 

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