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Burgenlands Parteien: Führungslos durch den Sommer

Die Parteichefs der vier Landtagsparteien sind kaum präsent - aus unterschiedlichen Gründen.
Thomas Orovits
Leere Konferenzrunde mit Holz­tisch, Mikrofonen, Wasserflaschen und schwarzen Stühlen im Sitzungssaal.

Dass die Präsenz der Parteichefs im Sommer schwindet, ist üblich. Der Landtag macht Pause, die Politiker Urlaub. Heuer ist das anders, die vier Landtagsparteien erwecken schon seit Längerem den Eindruck fortgesetzter Führungslosigkeit.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) befindet sich seit seiner Kehlkopfentfernung Anfang April in der Phase der Rekonvaleszenz. Er ist mittlerweile zwar im Büro, nimmt interne Termine wahr, leitet Regierungssitzungen, aber in der Öffentlichkeit war er bisher nur zweimal zu sehen – in Mörbisch und am Mittwoch in Mattersburg. „Zu sehen“ ist durchaus wörtlich gemeint. Denn er hat zwar mit Anwesenden Worte gewechselt, zu Publikum gesprochen hat er aber noch nicht. 

Bei wichtigen Themen, wie zuletzt dem Prüfbericht des Landesrechnungshofs zur angespannten Finanzlage des Landes, müssen rote Politiker aus der zweiten Reihe ausrücken. Naturgemäß mangelt es ihnen an Doskozils politischer Statur und Punch. Ob die Einschätzung von Doskozils Leipziger Arzt hält, wonach man „im Sommer einen sehr aktiven Landeshauptmann erleben“ werde, bleibt abzuwarten. Der Sommer dauert ja immer länger.

Kaum präsent sind aber auch die Oppositionsführer. Das hat einerseits damit zu tun, dass sowohl Alexander Petschnig von den Freiheitlichen als auch Christoph Zarits von der Volkspartei Nationalratsabgeordnete sind. Zum anderen vermitteln beide Parteichefs auch nicht den Eindruck, die Zügel besonders fest in der Hand halten zu wollen.

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Das geht so weit, dass sich der als Zweiter Landtagspräsident schon im politischen Ausgedinge befindliche Hans Tschürtz für den blauen Landesparteitag im Herbst einen Gegenkandidaten zu Petschnig wünscht, um der Partei frischen Wind zu geben. Bei der ÖVP sorgt allenfalls Klubchef Bernd Strobl für Wind – ob frisch oder böig sei dahingestellt.

Und die Grünen? Dass LH-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner auch Parteichefin ist, hat man schon glatt vergessen.

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