Industrie ist für rot-grüne Landesregierung eine „Null“
Die Reaktion der Industriellenvereinigung auf die Ankündigung des Landeshauptmannes, dass zur Rettung des Lyocell-Werks in Heiligenkreuz notfalls von einer vorübergehenden Beteiligung des Landes bis hin zur Mehrheitseigentümerschaft alles möglich sei, fiel diplomatisch aus.
Die „kurzfristige Unterstützung des Landes“ (...) sei zu begrüßen, sagte Matthias Unger, Vizepräsident der IV Burgenland und Eigentümer des gleichnamigen Oberwarter Stahlbauunternehmens, um gleich ein großes Aber anzufügen: „Ziel muss es allerdings sein, einen zukunftsträchtigen Neustart unter privater Führung zu sichern“.
Nun hat zwar Hans Peter Doskozil selbst den Einstieg eines Investors oder strategischen Partners als „erste Wahl“ bezeichnet, aber offenbar trauen die Unternehmer dieser Versicherung nicht ganz. Mit der von Doskozil forcierten Wirtschaftspolitik des starken Staates fremdelt die Industrie wenig erstaunlich seit Jahren.
Regierungsprogramm
Umgekehrt hat sich der seit Anfang 2019 regierende rote Landeschef auch nie besonders interessiert für die Anliegen der Industriebetriebe gezeigt, obwohl diese mit rund 28 Prozent den größten Teil zur Wertschöpfung im Land beitragen. Das kann man daran ablesen, dass IV-Präsident Christian Strasser erst rund neun Monate nach seinem Amtsantritt einen Termin für ein ausführliches Gespräch mit Doskozil erhielt oder der Landeshauptmann seinen Wirtschaftslandesrat zu den traditionellen Neujahrsempfängen und Sommerfesten der IV schickt. Wobei Leonhard Schneemann neben Wirtschafts- auch Soziallandesrat ist und sich zuletzt sehr intensiv mit einem kleinen Pflegeheim im Südburgenland befasst hat.
Am eindrücklichsten wird die Bedeutung der Industrie für Doskozil aber bei einem Blick aufs rot-grüne Regierungsprogramm. Gibt man dort den Begriff Gesundheit ein, erhält man 45 Treffer, bei Pflege sind es 64 und bei Wein immerhin noch 32. Und bei Industrie? Null.
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