Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Lyocell-Chef Zauner ist zuversichtlich, dass Investor einsteigt

Das Werk in Heiligenkreuz sei „kerngesund“ und gut im Geschäft, sagt Lyocell-Geschäftsführer Bernd Zauner. Möglich seien Finanz- oder strategische Investoren.
46-227507220

Am Tag nach der Hiobsbotschaft macht sich im Lyocell-Werk in Heiligenkreuz zarte Aufbruchsstimmung breit: „Das ist ein kerngesundes Werk, das für Investoren hochinteressant ist“, ist Geschäftsführer Bernd Zauner zuversichtlich, „dass wir das schaffen“.

Der Chemiker Zauner, seit 1998 am Standort und seit 2009 Chef der aktuell 320 Mitarbeiter, verweist am Mittwoch im KURIER-Gespräch auf die gute wirtschaftliche Lage des Lenzing-Standorts im Südburgenland. „Wir sind ein gut investierter Standort mit einem Top-Team, ausgezeichnetem Portfolio und guter Auftragslage“. Der Mutterkonzern Lenzing AG wolle sich ja nicht vom Werk trennen, weil es schlecht sei, sondern das Produkt passe nicht mehr zur neuen Konzernstrategie - „leider“, sagt Zauner.

lenzing, Heiligenkreuz, Wirtschaft

Der Chemiker Bernd Zauner ist seit 1998 bei Lenzing-Lyocell in Heiligenkreuz, seit 2009 Geschäftsführer.

Weil weder die Lenzing AG, noch das Land Burgenland wollten, dass der Standort in Heiligenkreuz geschlossen werde, sieht Zauner gute Chancen für den Fortbestand des 1997 eröffneten Standorts. Als Lenzing-Vorstandschef Georg Kasperkovitz am Montagabend verkündete, dass man sich Ende 2026 aus Heiligenkreuz zurückziehe, kündigte er zugleich an, man werde versuchen, dass der Standort mit einem neuen Eigentümer weiter besteht. Die Suche könne „binnen einiger Monate“ abgeschlossen sein. Am Dienstag hat auch LH Hans Peter Doskozil Unterstützung fürs Werk signalisiert.

Exportmarkt Asien

Das Jahresende sei keine absolute Deadline, so Zauner. Wenn man bis dahin schon in seriösen und konkreten Gesprächen sei, würden ein oder zwei weitere Monate kein Hindernis darstellen, ist der Lyocell-Manager überzeugt. Das Werk müsse überdies ohnehin die bestehenden Aufträge abarbeiten und für die Kunden, die sich vor allem in China, Pakistan, Indien und der Türkei befinden, einen Lagerbestand aufrechterhalten. Mit den Kunden sei man gegenwärtig auch im Gespräch, um sie bei der Stange zu halten.

Zauner kann sich gut vorstellen, dass Investoren aus dem DACH-Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz) einsteigen, sobald „sie merken, dass hier die Musik spielt“. Möglich seien Finanzinvestoren, die weiter aufs bestehende Management vertrauen, oder strategische Investoren, die auch operativ mitreden. 

Zauner und sein Führungsteam bleiben jedenfalls an Bord. Der Oberösterreicher ist im Südburgenland sesshaft geworden: „Ich hänge auch emotional an diesem Standort“.

Kommentare