Jagdgesetz NRW

© APA/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul / Patrick Pleul

Chronik Burgenland
11/16/2020

Land entmachtet Verband und stellt künftig Landesjägermeister

SPÖ will heimische Jäger statt Superreicher in den Revieren haben und keine Pflichtmitgliedschaft im Verband.

von Roland Pittner

Die Novelle rund ums Jagdgesetz, das die SPÖ 2017 verabschiedet hat, sorgt  für Aufregung.  Das Land schießt  sich nun auf den Jagdverband ein. Die nachgeschärfte  Novelle präsentierte der zuständige SP-Landesrat Leonhard Schneemann am Montag. Sie bringt das Aus für die Zwangsmitgliedschaft beim Landesjagdverband  und  für Bewegungsjagden im Gatter. 

„Vor wenigen Wochen führten Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und ich Gespräche mit dem Landesjagdverband zur  Novellierung. Beim Verlassen des Verhandlungstisches hatte ich das Gefühl, dass wir einen Kompromiss erzielen konnten.  Umso unverständlicher war dann für mich, dass der Verband mit Landesjägermeister Roman Leitner an der Spitze hinter unserem Rücken versuchte, die Jägerschaft mit einer Unterschriftenaktion gegen die  vereinbarte Vorgangsweise zu mobilisieren“, sagt Schneemann. 
 

Jagdpachtabgabe

Konkret ging es dabei um die Jagdpachtabgabe. Die wird von zwei auf zehn Prozent, und für Jäger, die nicht aus dem Burgenland kommen, auf 30 Prozent erhöht.  Der Verband sammelte mehr als tausend Unterschriften dagegen. Jetzt wird die Abgabe schrittweise  angepasst und soll  bis 2050  10 Prozent betragen. Pächter, die ihren Hauptwohnsitz nicht im Pachtgebiet oder in angrenzenden Bezirken haben, zahlen 30 Prozent Abgabe.  Ziel des Landesrats sei, die Jagd an  heimische Jäger und „nicht an die Superreichen, die Benkos und Co., zu verpachten“.

Die  Aufgaben, die in der Vergangenheit der Landesjagdverband übernommen hat, werden künftig zur Gänze vom Land durchgeführt. Bezirksjägermeister und Landesjägermeister werden als Behördenorgane bestellt.  „Mit dem Entfall der Mitgliedschaft erspart sich jeder Jäger rund 70 Euro pro Jahr“, sagt der Landesrat.

Bei den Jagdgattern wurde nachgeschärft. „Bewegungsjagden können nur mehr im Einzelfall von der Behörde genehmigt werden.“ Somit komme das Land  Forderungen der  Tierrechtsaktivisten entgegen. 

Martin Balluch vom Verein gegen Tierfabriken  durfte an der  Pressekonferenz nicht teilnehmen. „Aufgrund von Corona-Maßnahmen, obwohl nur wenige Journalisten anwesend waren“, sagt Balluch. Auch ein Vertreter des Jagdverbandes durfte trotz Presseausweis nicht  dabei sein, wie Landesjägermeister Roman Leitner erklärt. Er will sich erst   heute, Dienstag, zur Causa äußern. 

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