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Gastgewerbe im Burgenland braucht Lehrlinge

Pandemie sorgte für weniger Lehrlinge in der Gastronomie und im Tourismusbereich. Investitionen in Berufsschulen, um Ausbildung attraktiver zu machen

von Roland Pittner

02/24/2022, 05:00 AM

In der Berufsschule Eisenstadt bekommen Restaurant- und Gastronomiefachleute sowie Köche seit 50 Jahren eine fundierte Ausbildung. 120 Lehrlinge besuchen derzeit die Schule. „Doch es werden noch mehr Lehrlinge gesucht, von der Spitzengastronomie über Hotels bis hin zum kleinen Betrieb“, weiß Matthias Mirth, Fachgruppenobmann Gastronomie in der Wirtschaftskammer. Gut 50 Lehrlinge fehlen im Moment im ganzen Land. „Durch die Pandemie und Lockdowns haben viele Betriebe nicht ausgebildet, jetzt steigt das Interesse aber wieder“, weiß Mirth.

Ausbildung

Um die Ausbildung attraktiver zu gestalten, hat die Berufsschule einen neuen Gastrobereich für den Unterricht bekommen. Mit einem Gesamtkostenaufwand von rund 3,3 Millionen Euro wurde in den Jahren 2019 bis 2021 die Modernisierung der Schule und des Internatstraktes vorgenommen. Die Generalsanierung des Gastrobereiches kostete 1,1 Millionen Euro, die Ausstattung der Lehrküche 500.000 Euro. „Mit der Erneuerung des kompletten Gastronomiebereiches in der Landesberufsschule schaffen wir gute Rahmenbedingungen, um diese Berufsbilder für die jungen Burgenländerinnen und Burgenländer zu attraktiveren“, erklärt Bildungslandesrätin Daniela Winkler (SPÖ) bei der Eröffnung.

Auch bei den Betrieben sei man bemüht durch flexible Arbeitszeitmodelle und finanzielle Anreize wieder mehr Leute für die Gastronomie zu begeistern. Einige Ausbildungsbetriebe zahlen mehr als der Kollektivvertrag vorgibt und sponsern etwa für jedes abgeschlossene Lehrjahr einen Gutschein für eine Fahrschule. Die Konkurrenz mit anderen Branchen sei groß. „Es wird schon noch bis zu zwei Jahre dauern, bis wir die wieder aufholen“, heißt es von der Wirtschaftskammer.

Die Pandemie hat die Gastronomie vor besondere Herausforderungen gestellt. In der Wirtschaftskammer Burgenland rechnet man aber nicht mit einer großen Schließungswelle bei den Betrieben. „Es wird schon eine natürliche Auslese geben, einige Unternehmer werden in Pension gehen und es wird teilweise schwieriger, einen Nachfolger zu bekommen“, weiß Franz Perner, Spartengeschäftsführer Tourismus in der Wirtschaftskammer Burgenland. 

Doch auf der anderen Seite gibt es auch einige Jungunternehmer, die einen Betrieb zur Übernahme suchen oder neue gründen. „Diese sind in einer überschaubaren Größenordnung und  sie  wollen kaum Speiselokale“, weiß Perner. Rund 2.400 Betriebe gibt es im Burgenland, diese Zahl sei ziemlich konstant in den vergangenen Jahren.   

Bei den unselbstständig  Beschäftigten in der Gastronomie gab es von   2010 bis  2019   eine Steigerung von 31 Prozent auf rund 3.700 Mitarbeiter im Burgenland. Im Schnitt begannen in den vergangenen Jahren zwischen 50 und 60 Jugendliche eine Lehre im Gastronomiebereich  im Burgenland. 

Fachkräfte fehlen

Durch die Pandemie seien auch viele bestehende Fachkräfte für die Betriebe weggefallen. „Die Leute haben sich umschulen lassen oder haben den Beruf gewechselt“, erklärt Mirth.

Um die Lücke zu schließen hat das Land gemeinsam mit der Wirtschaftskammer auch die Fachkräfteoffensive gestartet. Hier werden Arbeitslose in einer verkürzten Lehre ausgebildet und können so direkt bei teilnehmenden Betrieben einen Job bekommen. Im Bereich Tourismus meldeten sich in Eisenstadt acht Interessenten zur viermonatigen Fachausbildung zum „qualifizierten Praktiker“ an. Fünf von ihnen machten vor Kurzem ihren Abschluss und können ab sofort als Koch und Kellner arbeiten.

Auch in der Berufsschule gehen im Tourismusbereich die Anmeldungen wieder nach oben. „In den letzten Wochen merken wir wieder einen leichten Aufwärtstrend“, sagt Johannes Fenz, Direktor der Berufsschule.

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