© Kurier/Gerhard Deutsch

Interview
03/05/2020

Jetzt übernimmt Eisenkopf als erste Frau im Burgenland

Die Pläne von Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf: Kompetenzverteilung mit Gemeinden wird neu geregelt.

von Michael Pekovics

Landeshauptfrau darf man zu Astrid Eisenkopf nicht sagen. Nicht einmal dann, wenn sie als Stellvertreterin von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil während dessen längerer Abwesenheit (siehe Zusatzartikel) die Amtsgeschäfte übernehmen wird. Denn formal korrekt ist sie eben Landeshauptmann-Stellvertreterin und damit im Burgenland die erste Frau überhaupt in dieser Funktion.

Gemeinden quo vadis?

Gewöhnt hat sie sich daran jedenfalls schon – sowohl an die neue Anrede, als auch an die Funktion, sagt Eisenkopf im Interview in der schauTV-Sendung „Warum eigentlich?“. Denn zu ihren bisherigen Zuständigkeiten in den Bereichen Umwelt, Klimaschutz, Frauen und Dorferneuerung kommen künftig auch die Gemeindeangelegenheiten dazu.

Ein Bereich, in dem einige Kompetenzverschiebungen zu erwarten sind, wie Eisenkopf bestätigt. Man wolle darüber nachdenken, welche Bereiche künftig besser vom Land und welche von den Kommunen übernommen werden sollen. In einem „gemeinsamen Prozess, wir brauchen die Gemeinden als starke Partner des Landes“. In Gesprächen mit den Gemeindeverbänden sollen in den kommenden Wochen Möglichkeiten ausgelotet werden.

Land schaltet Zwischenhändler aus

Dass die Pläne des Landes ohne eine gute Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern nur schwer umsetzbar sind, zeigt die ausgerufene Biowende. Bis Ende 2021 soll in Kindergärten und Volksschulen auf einen Bio-Anteil von 50 Prozent, bis Ende 2024 sogar auf 100 Prozent umgestellt werden. Weil das aber in der praktischen Umsetzung aufgrund fehlender Versorgungsketten schwierig ist, soll bis Ende des Jahres eine Bio-Vermarktungsgesellschaft aufgebaut werden.

Ziel ist, burgenländische Bio-Produkte ohne Zwischenhändler an burgenländische Abnehmer zu bringen – sowohl an öffentliche Einrichtungen, als auch an die Endkonsumenten. „Derzeit ist das in der Praxis noch schwierig“, gesteht Eisenkopf ein.

Jagd als heißes Thema

Dass es dadurch zu Konflikten mit der konventionellen Landwirtschaft kommen könnte, glaubt Eisenkopf nicht. Eine Auseinandersetzung mit dem burgenländischen Jagdverband scheint allerdings unvermeidbar. Denn im Interview bestätigt Eisenkopf, dass im Zuge der Novellierung des Jagdgesetzes Kompetenzen zurück ans Land gehen sollen.

Und dann stelle sich eben die Frage, ob nicht eine freiwillige Mitgliedschaft der richtige, weil modernere Weg wäre. Die von manchen befürchtete Zerschlagung des Jagdverbandes sieht Eisenkopf aber nicht: „Wir werden versuchen einen gemeinsamen Weg zu finden und zu gehen.“

In Sachen Frauenhäuser scheint dieser bereits eingeschlagen, wenn auch noch nicht in einen rechtlichen Rahmen gegossen. Denn die Einrichtungen sollen künftig in die Landesverwaltung eingegliedert werden, um „das Service- und Beratungsangebot für Frauen finanziell abzusichern. Das war in der Vergangenheit immer ein Problem.“ Die Umsetzung ist noch für heuer geplant.

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