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Chronik Burgenland
07/25/2022

Ex-Banker aus Seewinkel und seine Frau starben bei Flugzeugabsturz

Rätseln über Unglücksursache, KURIER sprach mit Angehörigem

von Thomas Orovits

Auch zwei Tage nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs mit einem Andauer Ehepaar an Bord sind fast alle Fragen offen.

Die beiden Burgenländer im Alter von 70 und 69 Jahren sind laut ORF am Samstagnachmittag unweit von Sarajevo ums Leben gekommen. Wie die regionale Tageszeitung „Vecernje novosti“ berichtete, ist es gegen 15 Uhr in der Region von Nisici, etwa 24 Kilometer nördlich der bosnischen Hauptstadt, zum Unglück gekommen. Die Unfallursache ist laut dem Blatt noch unbekannt und wird vom Innenministerium der Region Sarajevo untersucht. Unter Berufung auf erfahrene ortskundige Piloten berichtete das Blatt, dass hohe Temperaturen und ungünstiges Terrain zum Absturz der Maschine beigetragen haben dürften.

Die Frage nach der Ursache für den tödlichen Absturz der einmotorigen Propellermaschine des Typs VL3 Evolution treibt seit Samstag auch den Neffen des verunglückten Piloten um.

"Ein Rätsel"

„Es ist mir ein Rätsel“, sagt der Andauer Gemüsehändler Martin Rieschl im KURIER-Gespräch. Rieschl hatte mit seinem Onkel, Johann S., einem ehemaligen Bankangestellten, vor 12 Jahren gemeinsam den Flugschein gemacht. Sein Onkel sei ein erfahrener Pilot gewesen, die Maschine „in sehr gutem Zustand“, weiß Rieschl. Zudem habe die zweisitzige VL3 Evolution im Eigentum seines Onkels auch über Autopilot und ein Rettungspaket verfügt – ein Fallschirm, der das ganze Flugzeug zu tragen vermag.

Wie die bosnischen Piloten hält es deshalb auch Rieschl für möglich, dass die hohen Temperaturen Auslöser für den Crash gewesen sein könnten. Mehr Aufschlüsse sollte die Auswertung des Flugschreibers bringen.

Ungeklärt ist derzeit auch noch, von wo Johann S. und seine Frau letztlich gestartet sind. Hatte es zunächst geheißen, vom Meidl Airport im ungarischen Fertöszentmiklos nahe Andau, hieß es dort am Montag auf KURIER-Anfrage: „Nein“, der Formationsflug mit mehreren Maschinen habe im südungarischen Pecs seinen Ausgang genommen.

Eine Sprecherin des Außenministeriums in Wien sagte am Montag, die österreichische Botschaft in Sarajevo stehe in ständigem Kontakt mit den Angehörigen der Opfer im Burgenland. Die Untersuchungen zum Unfallhergang durch die bosnischen Behörden würden wohl „noch etwas länger dauern“.

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