© Koglbauer Claudia

Chronik Burgenland
09/04/2020

Eisenstadt: Herr Pfarrer macht Theater

Militärdekan Alexander M. Wessely mimt am Samstag in seinem Stück „Sperrstund is...“ den Kellner im Pulverturm.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Der Herr Pfarrer macht ein Theater – wieder einmal. Militärdekan Alexander M. Wessely tauscht die grüne Uniform gegen jene des Oberkellners.

„Sperrstund is...“ – so lautet lautet der Titel des Stückes von und mit Wessely, das er, in Begleitung von Serge Claus am Klavier, am Samstag (5.September, 18 Uhr), im Pulverturm zum Besten geben wird. Initiiert wird das „Theater im Turm“ vom Seniorenbeirat der Stadtgemeinde mit Obmann Hans Skarits an der Spitze.

Schon als Kind habe er Interesse am Schauspielen gezeigt, sagt Alexander M. Wessely. Zuerst war es das Puppenspiel, das ihm Freude bereitete. Um seine Leidenschaft zu perfektionieren, entschloss sich der heute 47-Jährige zum Besuch der Schauspielschule Krauss in Wien, die er 1998 mit einem staatlich anerkannten Abschluss absolvierte.

Mehrfacher Akademiker

Doch das ist nicht die einzige Ausbildung, die der mehrfache Akademiker abschloss. Nach dem Grundwehrdienst studierte Wessely an der Universität Wien Theaterwissenschaft und Pädagogik sowie katholische Theologie. Während dieser Zeit absolvierte er auch die Ausbildung für die pastorale Tätigkeit als Diakon, zu dem er 2003 geweiht wurde.

Seit 2006 ist Wessely als Militärpfarrer im Burgenland im Einsatz und hat auch hier alle Hände voll zu tun. „Momentan sind wir mehr als gefordert.“ Vom Nord- bis zum Südburgenland und bis zum Flughafen Schwechat pendelt der Geistliche stets, um den Kameraden, die im Assistenzeinsatz sind, beizustehen.

Ein willkommener Ausgleich sei da das Schauspiel, sagt Wessely. Habe man einmal Bühnenluft geschnuppert, so wolle man das immer. Kommendes Jahr wird er unter anderem Regie bei den Passionsspielen in St. Margarethen führen.

Erlös kommt Sozialprojekten zugute

Seit 2016 lädt der Seniorenbeirat zum „Theater im Turm“, Wessely ist seit Beginn an dabei. 2016 spielte er in „Jedermann“. Für die Ein-Personen-Stücke steht er nicht nur selbst auf der Bühne, er schreibt dafür auch bekannte Literatur um – alles um Gottes Lohn.

Der Erlös von Theater im Turm komme – wie jedes Jahr – auch heuer Sozialprojekten zugute, erklärt Skarits. „Es gibt nichts Besseres, als Leute zum Lachen zu bringen und wenn man Menschen unterstützen kann“, so Wessely.

Sa., 5. Sept., 18 Uhr; Pulverturm, Lionsplatz 1; Eisenstadt; bei Schlechtwetter: Martinussaal der Dompfarre. Eintritt: freie Spende

Der Pulverturm und seine Geschichte

Die Dombastei wurde 1534 in Folge zweier Türkenkriege als eine von vier Wehranlagen zur Verstärkung der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Stadtmauer errichtet. Dadurch erhielten insbesondere die im Angriffsfall gefährdeten Mauerknicke einen zusätzlichen Schutz. Die Dombastei ist neben dem Pulverturm im Nordosten (beim Schlosspark) die letzte noch erhaltene dieser Anlagen (Quelle: Stadtgemeinde Eisenstadt).

 Nach der Fertigstellung der Sanierung wurde der "Pulverturm" der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und kann für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden.

Der Seniorenbeirat mit Hans Skarits organisieren jedes Jahr zugunsten Bedürftiger in der Stadtgemeinde das "Theater im Turm" (seit 2016) sowie seit 2015 den "Advent im Turm".

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