Interview mit Johanna Mikl-Leitner und Hans Peter Doskozil

© Kurier / Gilbert Novy

Chronik Burgenland
07/14/2020

Corona: Doskozil macht seine eigenen Regeln

Das Burgenland will künftig alle Corona-Tests in den Labors der fünf Krankenhäuser im Land auswerten lassen.

von Thomas Orovits

Das Burgenland will künftig alle Corona-Tests in den Labors der fünf Krankenhäuser im Land auswerten lassen, weil das in Wien oder Graz zu lange dauere, sagte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Montag in Eisenstadt.

Am vergangenen Donnerstag seien nach zwei Coronavirus-Fällen Bewohner und Personal zweier Pflegeheime im Südburgenland getestet worden. „Kein einziges Testergebnis ist bis jetzt da. So kann es nicht sein“, polterte Doskozil. Die Ergebnisse sollten innerhalb eines Tages vorliegen, präzisierte Doskozil auf KURIER-Nachfrage. 

An der Teilung der Kosten für die Testungen zwischen Bund und Land werde sich nichts ändern.

Die Ausschreibungen für die nötigen Geräte laufen, danach könne mit den Testungen in den Spitälern begonnen werden. „Das kann ein, zwei Monate dauern“, erläuterte Doskozil nach einem „Runden Tisch zur aktuellen Covid-19-Lage“. Im Burgenland gibt es derzeit 20 an Covid erkrankte Personen, nachdem die Zahl vor knapp einem Monat schon auf drei gesunken war.

Eigene Verordnungen

Angesichts steigender Fallzahlen will die Landesregierung zudem mittels eigener Verordnungen Pflegeheimen sowie Schulen und Kindergärten einen Leitfaden in die Hand geben, wie angesichts möglicher Covid-Cluster vorzugehen ist. Die Verordnung für Pflegeheime soll ab 1. August gelten, für den Bildungsbereich soll Mitte August eine To-do-Liste vorliegen.

Strenge Regeln für Spitalsbesuch

Ab sofort gelten außerdem in Spitälern schärfere Regeln: Besucher brauchen eine FFP2-Maske, normaler Mund-Nasen-Schutz reicht nicht mehr. Für Bewohner von Pflegeheimen gibt es gesonderte Ambulanzzeiten und sämtliche Krankenhaus-Mitarbeiter werden von nun an alle zwei Monate auf Covid-19 getestet.

Der streitbare rote Landeschef rieb sich einmal mehr an der türkis-grünen Bundesregierung, der er Säumigkeit vorwarf. Die Argumentation Doskozils: „Idealerweise müsste der Bund Vorgaben machen“, um etwa in Pflegeheimen eine einheitliche Vorgangsweise von Vorarlberg bis ins Burgenland sicherzustellen. Weil das aber „nicht passiert“, müsse das Land selbst Regeln aufstellen, denn die Betreiber von Pflegeheimen „dürsten nach Vorgaben“.

Die von der Bundesregierung vorgestellte Corona-Ampel zur Signalisierung der Ansteckungsgefahr in Österreichs Regionen ist dem burgenländischen Landeshauptmann zu unkonkret: „Ich kenne bisher nur die Farben der Ampel“, ätzte Doskozil, die Ausgestaltung fehle: „Was passiert, wenn die Ampel auf Rot steht?“

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