Vom Korn zum Brot: Das ist Österreichs jüngster Müllermeister
Jungmeister Christoph mit Papa Gerald Passenbrunner (re.).
Christoph Passenbrunner zählt mit 19 Jahren zu den Aushängeschildern des Lebensmittelhandwerks. Der Andauer ist seit Kurzem Österreichs jüngster Müllermeister und hat auch die Meisterprüfung zum Bäcker erfolgreich abgelegt.
Sein Weg ist eng mit der Seewinkel Mühle verbunden, die sich seit Generationen im Familienbesitz befindet. Dort wurde er von seinem Vater Gerald ausgebildet. In dem Betrieb werden je nach Nachfrage täglich bis zu 50 Tonnen Getreide zu Qualitätsmehl verarbeitet. Schon als Kind verbrachte Passenbrunner viel Zeit in der Mühle und half mit.
„Ich bin mit der Mühle aufgewachsen und habe schon von klein auf mitgeholfen. Für mich stand eigentlich nie zur Diskussion, etwas anderes zu machen.“ Bereits als einziger Müllerlehrling im Burgenland hatte er sich früh das Ziel gesetzt, die Meisterprüfung abzulegen. Dieses Ziel hat er sogar übertroffen: Neben dem Titel des jüngsten Müllermeisters Österreichs absolvierte er auch die Meisterprüfung der Bäcker.
Für den 19-Jährigen gehören beide Handwerke zusammen. „Mich hat immer die gesamte Entstehungskette interessiert – vom Getreide bis zum fertigen Brot. Mit den beiden Meisterprüfungen konnte ich mein Wissen in beiden Handwerken vertiefen.“
Dass das Müllerhandwerk oft unterschätzt wird, sieht Passenbrunner kritisch. „Viele haben noch das Bild vom Müller im Kopf, der schwere Säcke von einem Stockwerk ins nächste schleppt. In Wirklichkeit arbeiten wir heute mit computergesteuerten Anlagen und modernster Technik.“ Gleichzeitig bleibe das handwerkliche Wissen zentral. Auch im Freundeskreis stoße sein Beruf auf Interesse. Viele könnten sich zunächst wenig darunter vorstellen, seien aber neugierig, wenn er davon erzählt.
Die nächsten Schritte
Nach dem doppelten Meisterabschluss denkt Passenbrunner bereits an die nächsten Schritte. Er möchte die Matura machen und Erfahrungen im Ausland sammeln. Langfristig will er den Familienbetrieb übernehmen und die Zukunft des Handwerks mitgestalten.
Landesinnungsmeister Thomas Hatwagner betont die Bedeutung solcher Karrieren: Das Müllerhandwerk zähle zu den ältesten Gewerben und sei heute zugleich eines der seltensten. Umso wichtiger seien junge Fachkräfte, die dieses Wissen weitertragen. Derzeit gibt es im Burgenland vier Müllerbetriebe.
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