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Chronik Burgenland
01/11/2021

Buslinie des Landes startet mit viel Kritik der Politik

Busse des Landes nehmen Betrieb vom Süden nach Graz auf, Opposition kritisiert Verstaatlichung

von Roland Pittner

Seit Montag sind die Linienbusse des Landes in Betrieb. Vom Südburgenland aus geht es in rund 80 Minuten nach Graz. Die 20-sitzigen Busse fahren von Moschendorf über Güssing, Bad Tatzmannsdorf/Oberwart und von Stegersbach aus in die steirische Landeshauptstadt. Der Fahrplan sieht von Montag bis Freitag – hin und retour – je sechs Kurspaare vor. Die Tickets können über den Verkehrsverbund Ost und im Bus selbst gekauft werden. „Mit dem Angebot ist es deutlich attraktiver auf den Öffentlichen Verkehr umzusteigen“, erklärt der zuständige Landesrat Heinrich Dorner, SPÖ. Rund 1,2 Millionen Euro lässt sich das Land die eigene Busgesellschaft kosten und beschäftigt zehn Lenker. Kritik kommt von der Opposition und den Neos im Burgenland. Zwar nicht an der Verbindung selbst, sondern am Landesbetrieb.

Kritik

ÖVP-Verkehrssprecher Georg Rosner: „Ja zu mehr Öffentlichen Verkehr, klares Nein zu weiteren Verstaatlichungen durch die SPÖ-Alleinregierung.“ Immerhin würden im Burgenland aufgrund der Covid-19-Krise rund 200 Busse von Unternehmern still stehen. „Es wäre deshalb ein starkes Signal gewesen, bestehende Busunternehmen mit der neuen Buslinie zu betrauen“, meint FPÖ-Wirtschaftssprecher Alexander Petschnig. Auch die Grünen hinterfragen „die Sinnhaftigkeit des Betriebs durch eine landeseigene Busgesellschaft“ ebenso wie die Neos. Sie befürchten, dass sich dieses Verkehrsunternehmen des Landes weiter ausbreiten und auch in anderen Bereichen den privaten Betrieben Konkurrenz machen wird.

Die Südburg wurde zur Landeslinie nicht befragt, wie Geschäftsführer Siegfried Tanczos im KURIER-Gespräch erklärt: „Die Anbindung zum LKH Graz finde ich gut, inwieweit das Vorhaben des Landes auf uns noch Einfluss haben wird, weiß ich nicht.“ Denn die Fahrgastzahlen für das südburgenländische Transportunternehmen sind im Vorjahr um 50 Prozent zurückgegangen. Vor allem bei der Linie-G1 nach Wien. „Unser Angebot haben wir aber nicht eingeschränkt“, sagt der Geschäftsführer des 140 Mitarbeiter zählenden Betriebs. Langfristig sei die aktuelle Situation finanziell nicht tragbar. „Wir müssen schon auf unsere Reserven zurückgreifen“, schildert Tanczos.

Aus dem Büro des Landesrats heißt es auf KURIER-Anfrage, dass in nächster Zeit keine weiteren Buslinien vom Land geplant sind. Denn es stehen mehrere Ausschreibungen für Buslinien an. „Die Linie G1 funktioniert sehr gut, hier haben wir keine Pläne vom Land etwas zu ändern“, heißt es aus dem Büro des Landesrats.

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