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Chronik Burgenland
09/19/2021

Burgenlands Industrie will weder Impfpflicht noch Mindestlohn

Manfred Gerger, Präsident der burgenländischen Industriellenvereinigung, blickt im 40. Jahr optimistisch in die Zukunft.

von Michael Pekovics

„Ich beneide niemanden, der in dieser Situation Entscheidungen treffen muss“, sagt Manfred Gerger, Präsident der burgenländischen Industriellenvereinigung, die am 29. September in Eisenstadt ihren 40. Geburtstag feiert.

Konkret meint Gerger damit die aktuelle Corona-Situation und die damit verbundenen Konsequenzen.

Dennoch blickt der langjährige Präsident für seinen Bereich optimistisch in die Zukunft – trotz Corona, Rohstoff- und Facharbeitermangel. Eine Impfpflicht lehnt Gerger ab. „Schon jetzt gibt es eine Spaltung in der Gesellschaft, man darf nicht verurteilen und das weiter vorantreiben.“

Er spricht sich hingegen für die Motivation der Impf-Skeptiker aus und begrüßt Maßnahmen wie die vom Land kürzlich vorgestellte Impf-Lotterie. Dadurch würden ein paar weitere Impfwillige gewonnen, der IV-Präsident appelliert aber an die Eigenverantwortung: „Jeder sollte so viel Verantwortungsbewusstsein haben.“

Weniger einverstanden ist Gerger hingegen mit den von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) forcierten Mindestlohn. Denn diesen könne sich die Wirtschaft nicht leisten und das Aushandeln von Löhnen sei Aufgabe der Sozialpartner.

Reform statt Mindestlohn

Viel eher bräuchte es eine Steuer- und Abgabenreform zur Entlastung, fordert Gerger. Er kritisiert auch, dass die Betriebe die Mitarbeiter gut qualifizieren, diese dann aber von landesnahen Unternehmen abgeworben werden. Die Maßnahme sei daher „nicht förderlich und spaltet die Gesellschaft“.

Die Ankündigung von Minister Martin Kocher (ÖVP) für eine Arbeitsmarktreform begrüßt Gerger hingegen, da alles unternommen werden müsse, um mehr Menschen in Beschäftigung zu bringen. Wenn man Arbeitslose motivieren kann, für das Geld, das sie vom AMS bekommen, einen Job anzunehmen, sei dies ein großer Schritt in die richtige Richtung. „Das Arbeitslosengeld zu erhöhen, um ein Auslangen zu finden, das überzeugt mich nicht. Es sollte motiviert werden, eine Beschäftigung anzunehmen“, betonte Gerger.

Was die Forschungsquote betrifft, sei das Burgenland seit Jahren „die rote Laterne“. Die Kooperation von Forschungseinrichtungen und Industrie müsse forciert werden und es müsse gelingen, junge Menschen im Land zu behalten, sowohl in der Ausbildung als auch im Job.

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