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06/26/2021

Burg oder KUZ: Bürger dürfen entscheiden

Am Sonntag wird gewählt, ÖVP ruft zum Boykott auf

von Roland Pittner

23.000 Menschen im Bezirk Güssing sind am Sonntag wahlberechtigt. Mit dem Stimmzettel können sie über ein neues Kulturzentrum im Bezirk entscheiden. Entweder wird das bestehende Kulturzentrum modernisiert und ausgebaut oder ein neues Kulturzentrum auf der Burg, samt aufwendigen Aufzug und Standseilbahn gebaut. Die Kostenschätzung beim KUZ beträgt 20 bis 25 Millionen Euro. Bei der Burg geht das Land von 50 bis 55 Millionen Euro aus.

Die ÖVP fordert einen Ausbau beider Kulturstätten. Für die Volksbefragung appelliert VP-Vizebürgermeister Alois Mondschein beide Varianten anzukreuzen: „Landeshauptmann Doskozil hat uns die Möglichkeit genommen, beides auszuwählen. Nur so können wir uns helfen: Wer beides ankreuzt, bringt damit seinen Willen zum Ausdruck, dass er beides will.“ Das sieht Landeshauptmann Hans Peter Doskozil anders. Doppelt angekreuzte Stimmzettel sind laut Burgenländischem Volksbefragungsgesetz ungültig. „Ich lade alle Wahlberechtigten des Bezirks ein, am Sonntag das Kreuz bei ihrem Favoriten zu machen. Güssing und der Bezirk werden auf jeden Fall gewinnen“, sagt Doskozil.

Am Sonntag stehen in den 28 Gemeinden des Bezirkes 68 Wahllokale zur Verfügung, wobei die Abstimmungszeiten teilweise unterschiedlich sein werden. Einzelne Wahllokale öffnen bereits um 7.30 Uhr. Drei der insgesamt elf Wahllokale im Bezirksvorort Güssing schließen um 14 Uhr. Danach werden die Stimmen ausgezählt und ein Ergebnis wird noch am Sonntag erwartet.

Burg Güssing

Geplanter Baubeginn für das Siegerobjekt ist 2023. Vorgesehen ist ein europaweiter Architekturwettbewerb, den die Landesimmobilien Burgenland GmbH als Projektträger koordiniert.

Keines der Gebäude werde aus dem Ortsbild verschwinden. Die Burg würde – ohne verbesserte Erreichbarkeit – wie bisher von der „Burgstiftung“ in Stand gehalten werden. Im Fall KUZ Güssing würde die Landesimmobilien Burgenland GmbH einen Auftrag für die Entwicklung von Nachnutzungsmöglichkeiten erhalten. Frühestens 2026 soll der Spielstart im neuen Veranstaltungszentrum erfolgen.

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