© Vogel Reinhard

Chronik Burgenland
12/02/2021

Bruckneudorf bekommt ein neues Dorfzentrum mit Schule und Kirche

Ein neuer Ortsteil ist gerade am Entstehen: Mit 70 Wohnungen, einer Volksschule und einem Gotteshaus.

von Claudia Koglbauer-Schöll, Paul Haider

Wer es nicht besser weiß, könnte Bruckneudorf für einen Ortsteil von Bruck an der Leitha halten. Getrennt werden die nordburgenländische Großgemeinde und die niederösterreichische Bezirkshauptstadt nur vom Gewässer der Leitha – und von der Landesgrenze.

Es lebt sich gut hier, im Speckgürtel von Wien mit besten Verkehrsanbindungen und nur 15 Minuten vom Neusiedler See entfernt. Was einen explosionsartigen Anstieg der Einwohnerzahl zur Folge hat: In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich Bruckneudorf de facto verdoppelt. Rund 3.500 Menschen nennen die nordburgenländische Gemeinde heute ihr Zuhause.

Rasantes Wachstum

Diese Entwicklung bedürfe auch der nötigen Infrastruktur, sagt Bürgermeister Gerhard Dreiszker (SPÖ) im Gespräch mit dem KURIER. 2017 hat Bruckneudorf eine eigene Feuerwehr bekommen – die jüngste im Burgenland (siehe Zusatzbericht unten).

Jetzt ist gerade ein neuer Ortsteil im Entstehen. Am Areal einer historischen Konservenfabrik (genannt „Erbse“, ob der dazumal vorwiegend hier verarbeiteten Hülsenfrüchte) baut die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) ein Dorf im Dorf.

Nicht nur ein neuer Dorfplatz, 70 Wohnungen unterschiedlicher Größenordnungen und Büros sollen in den ehemaligen Fabriksgebäude entstehen, sagt OSG-Chef Alfred Kollar. Weil die Kinder noch nach Bruck an der Leitha in die Volksschule auspendeln müssen, wird in dem neuen Ortsteil auch eine Volksschule gebaut. Am 27. August 2022 ist die Eröffnung der neuen „Erbse“ geplant. Weil es derzeit keinen Wirt im Ort gibt, wird bis 2023 auch ein Dorfwirtshaus installiert.

Was fehlt dann noch auf der „Dorf-Checkliste“? Richtig: eine Kirche. Teil des neuen Ortszentrums soll auch ein Gotteshaus sein. Gespräche mit der Diözese laufen, bestätigt Dominik Orieschnig, Sprecher der Diözese Eisenstadt. Ein Kirchenneubau sei in den vergangenen Jahren im Burgenland höchst selten. 2013 war zuletzt in Neustift an der Lafnitz eine neue katholische Kirche errichtet worden. Die Gemeinde fungierte damals als Bauherr, da es bis dahin nur eine kleine Kapelle in dem damals rund 800-Seelen-Dorf gegeben hatte. „Den letzten großen Schwung an Kirchenneubauten hat es aber in den 1960er- und 70er-Jahren gegeben“, sagt Orieschnig.

Finanzierung noch unklar

Weil die Gemeinde in Bruckneudorf wachse, sei es einmal eine Idee, erstmals auch ein Gotteshaus zu errichten. „Wir sind jetzt einmal in einem Planungsprozess.“ Im Zuge eines Architekturwettbewerbes sollen bis Ende Februar 2022 erste Projektvorschläge präsentiert werden. Wenn man wisse, wie die Kirche aussehen solle, dann müsse man sich auch über die Finanzierung Gedanken machen, sagt Orieschnig. Im Zuge der Entwicklung müsse man schauen, wer sich an den Planungen und Umsetzungen beteiligen möchte.

Wer für die Investitionen aufkommen werde, sei noch nicht geklärt, sagt auch Bürgermeister Dreiszker. „Seitens der Gemeinde können wir es aber nicht mitfinanzieren.“

Ende des Wachstums in Sicht

Kann das Wachstum von Bruckneudorf in diesem Tempo weitergehen? Für Bürgermeister Dreiszker sprechen einige Punkte dagegen. Denn von der Gemeinde gebe es kaum eine Bauplatzreserve, vorhandene Grundstücke lägen fast alle in privater Hand. Auch der Truppenübungsplatz und die Grenze zu Niederösterreich stünden einer Vergrößerung der Gemeinde im Wege.

Die jüngste Feuerwehr des Burgenlands

Schrillte früher  in Bruckneudorf Alarm, rückte die Feuerwehr aus dem acht Kilometer entfernten Ortsteil Kaisersteinbruch oder aus dem benachbarten Bruck an der Leitha  aus. Heute ist das anders: Seit 2017 hat Bruckneudorf eine eigene Wehr –  „die jüngste Feuerwehr im Burgenland“, wie  Kommandant Hannes Kampel erklärt.  

„Am Anfang, da hat es Stimmen in der Gemeinde gegeben, die uns zwei bis drei Einsätze pro Jahr prognostiziert haben“,  erinnert sich Kampel. Tatsächlich müssen er und seine Kameraden zwischen 40 und 50 Mal jährlich ausrücken. Der jüngste Einsatz war ein Brand in einem Wohnhaus in der Nacht auf Dienstag.  

Schon 2016 wurde mit der Rekrutierung der  ersten 13 Feuerwehrmitglieder begonnen. „Heute haben wir 60 Mitglieder, davon ist fast ein Drittel weiblich, sowie zwölf Mitglieder bei der Jugend-Feuerwehr.“ Jährlich kommen zwischen vier und sechs neue Mitglieder dazu.  Fast alle Einsatzkräfte mussten für die Einsätze bei der jüngsten Feuerwehr neu ausgebildet werden.  Acht Mitglieder  sind durch  Umzug von bestehenden Wehren gekommen. „Die anderen mussten das Handwerk von der Pike auf erlernen“, sagt Kampel. 
 

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