Beinahe jeder österreichische Soldat kennt den Truppenübungsplatz Bruckneudorf.

© APA/BUNDESHEER/GUNTER PUSCH

Chronik Burgenland
03/27/2019

Bruckneudorf: Mehr Nachhaltigkeit für die Truppe

Der Ausbau und die Sanierung der Benedek-Kaserne gehen weiter. Auch ein Biomasse-Werk am Truppenübungsplatz steht am Plan.

von Michael Pekovics

Rund 300 Menschen arbeiten am Truppenübungsplatz Bruckneudorf und der dazugehörigen Benedek-Kaserne. Nach der Theresianischen Militärakademie ist der „Tüpl“ die zweitälteste Einrichtung des Österreichischen Bundesheers. Kaum ein Soldat, der hier nicht schon einmal eine der zahlreichen Ausbildungen absolviert hat.

Ausbau geht weiter

Bereits in den vergangenen Jahren wurde Geld in die Infrastruktur investiert, teilweise auch unter dem ehemaligen Verteidigungsminister und jetzigem Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Etwa für die Sanierung von zwei sogenannten „Kreuzbauten“, moderne Lehrsäle und die Renovierung der „Panzerkaserne“ zum Kommando- und Unterkunftsgebäude.

Am Dienstag wurde das nächste sanierte Gebäude seiner Bestimmung übergeben. Doskozil war zwar nicht dabei, dafür aber die neue Landesrätin Daniela Winkler (SPÖ), Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ) und der Zweite Landtagspräsident Rudolf Strommer (ÖVP).
 

Es handelt sich um den dritten von insgesamt vier „Kreuzbauten“, der künftig als Unterkunft für bis zu 112 Soldaten dienen wird. Sowohl das Innenleben wie Zimmer, Nass- und Aufenthaltsräume, als auch der Außenbereich wurden an den Stand der Zeit angepasst. Die Fassade erhielt ein Wärmeverbund-System, damit sollen die Heizkosten gesenkt werden.

Der Ausbau des Areals der Benedek-Kaserne ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Demnächst soll auch der vierte Kreuzbau saniert und außerdem ein neues Wirtschaftsgebäude für die Verpflegung errichtet werden. Das bestehende soll künftig als Lager und Aufenthaltsraum dienen.

Darüber hinaus denkt das Österreichische Bundesheer auch an Nachhaltigkeit: Der Truppenübungsplatz Bruckneudorf könnte künftig mit einem eigenen Biomasse-Heizwerk versorgt werden. „Der Tüpl als quasi geschlossenes System hat ganz andere Bedürfnisse und deshalb auch andere Möglichkeiten als eine Kaserne“, sagt Bundesheer-Sprecher Jürgen Scholz. Das Projekt müsse allerdings erst budgetär verhandelt werden und sei nicht vor 2020 geplant.

Ständchen für Doskozil

In der Vorwoche stattete das Bundesheer Landeshauptmann Hans Peter Doskozil einen Besuch ab. 38 ausgemusterte Unteroffiziere wurden vorstellig, untermalt vom traditionellen Frühjahrsständchen der Militärmusik Burgenland. 23 von ihnen werden künftig als Wachtmeister in der Martin-Kaserne arbeiten, 12 werden beim Jägerbataillon 19 in Güssing stationiert, 3 gehen an die Heerestruppenschule.

„Wir wollten dem neuen Landeshauptmann diese künftigen Führungskräfte vorstellen“, sagt Militärkommandant Gernot Gasser, unter dessen Führung rund 1.000 Soldaten im Burgenland Dienst versehen.

Die Geschichte des Truppenübungsplatzes

Am 20. April 1866 erfolgte die kaiserliche Genehmigung für die Errichtung des Truppenlagers. Im März 1956 wurde das Lager vom Österreichischen Bundesheer bezogen. 1964 wurde eine Militärhunde-Staffel in Kaisersteinbruch gegründet. Anlässlich der 100-Jahr-Feier 1967 wurde die Panzerkaserne zur Benedek-Kaserne.

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