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Chronik Burgenland
03/05/2020

Blaues Wunder: Norbert Hofer soll FPÖ-Landesparteichef werden

Norbert Hofer soll Neo-Klubobmann Hans Tschürtz als Landesparteichef nachfolgen, Alexander Petschnig zieht Kandidatur zurück.

von Thomas Orovits

Zwei Tage vor dem FPÖ-Landesparteitag am Samstag in Neudörfl gibt es eine Riesenüberraschung: Ex-Landesrat Alexander Petschnig, der von Vorstand und Präsidium als Nachfolger von Hans Tschürtz nominiert wurde, zieht seine Kandidatur zurück, stattdessen soll Bundesparteichef Norbert Hofer auch die Blauen in seinem Heimatbundesland übernehmen.

Petschnig, so heißt es, sei selbst an FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer herangetreten und habe diesen gebeten, die FPÖ-Burgenland als Obmann anzuführen.

Die Begründung: „Mit Hans-Peter Doskozil als Landeshauptmann gibt es im Burgenland einen Gegenspieler als SPÖ-Obmann, der bundespolitisches Gewicht aufweist. Norbert Hofer ist Burgenländer mit Leib und Seele. Kein anderer Politiker konnte in diesem Bundesland mehr Stimmen auf sich vereinen als Norbert Hofer bei der Bundespräsidenten-Wahl, wo ihm über 100.000 Burgenländerinnen und Burgenländer das Vertrauen geschenkt haben. Ich denke, dass er als Zugpferd die FPÖ Burgenland in eine erfolgreiche Zukunft führen wird.“

Hofer hat sich bereit erklärt, am Samstag in Neudörfl als Kandidat für den Landesparteiobmann zur Verfügung zu stehen. Ob der Gegenkandidat von Petschnig, Ex-Landtagsabgeordneter Manfred Haidinger seine Kandidatur nun auch zurückzieht, war zunächst nicht klar.

Was steckt dahinter?

Schon in den vergangenen Wochen waren an der blauen Basis immer wieder Zweifel an der Eignung Petschnigs und Haidingers laut geworden. Dabei spielte weniger eine Rolle, dass beide keine gebürtigen Burgenländer sind, sondern der Umstand, dass keiner von beiden als besonders basisnah gilt.

Deshalb mehrten sich die Stimmen derer, die beim Parteitag ein desaströses Bild mit vielen ungültigen Stimmzetteln und einem mehr als beschädigten "Sieger" befürchteten. Nach den massiven Verlusten bei der Landtagswahl und dem Ende der Regierungsbeteiligung wäre das ein Schuss ins eigene Knie.

Der Pinkafelder Hofer soll das verhindern, hinter ihm soll sich die angeschlagene Partei neu aufrichten. Er bleibt aber auch Bundesparteichef und 3. Nationalratspräsident, wird sich aber vermutlich Statthalter im Burgenland suchen, die das Tagesgeschäft führen.

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