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Politik Inland
01/26/2020

Strache macht sich nach Absturz im Burgenland über FPÖ lustig

Der mittlerweile ausgeschlossene Parteiobmann gibt Hofer und Kickl die Schuld an dem Wahldebakel.

Für die FPÖ ist das Ergebnis der Burgenland-Wahl ein bitteres. Sie rasselte von 15,0 auf 9,8 Prozent.

Während unter den Parteigranden das Ibizavideo und der Spesenskandal von Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache für das Wahldebakel verantwortlich gemacht werden, ortet Letzterer ganz andere Gründe für die herben Verluste.

"Der uncharismatische, unkameradschaftliche und inhaltselastische Hofer/Kickl/Nepp-Kurs schlägt bei der FPÖ jetzt voll durch. Es gibt heute keine Ausreden mehr", schreibt Strache in einem Facebook-Posting.

Denn: "Durch den Ausschluss von mir aus der FPÖ, müsste diese ja jetzt endlich befreit und wieder auf der Siegerstrasse sein. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, denn die laufenden Verleumdungen und das schäbige Verhalten der FPÖ-Spitze gegen meine Frau und meine Person stößt die Bürger immer mehr ab", meint Strache den Grund für die Wahlniederlage seiner ehemaligen Partei zu kennen. 

 

Die Menschen hätten immer weniger Vertrauen in die neue Parteispitze, die so schlecht mit dem ehemaligen Obmann umgegangen sei.

Den burgenländischen Spitzenkandidaten, Johann Tschürtz, nimmt Strache hingegen in Schutz: "Das hat er nicht verdient." Tschürtz hatte sich anders als Norbert Hofer oder Herbert Kickl nicht von Strache distanziert. 

Die Reaktion aus dem Burgenand folgte prompt.

FPÖ-Landessekretär Christian Ries empfiehlt Strache "Selbstreflexion und stille Einkehr". „Bis heute sieht Strache bei sich kein Fehlverhalten, stattdessen jammert er über mangelnde Unterstützung durch seine ehemalige Partei - obwohl diese ihren spektakulär gescheiterten Obmann auf dessen dringende Bitte finanziell mehr als tatkräftig unterstütz hatte. Dies blendet Strache zur Gänze aus - stattdessen nimmt er tausende FPÖ-Funktionäre in Geiselhaft", teilt er in einer Aussendung mit.

"Gag für Faschingsrede"

Die Gerüchte, wonach der burgenländische FPÖ-Landesobmann Johann Tschütz oder sogar die ganze Landesgruppe zur „DAÖ“ wechseln könnten, bezeichnet Ries als schlechten Scherz: „Dieses Gerücht eignet sich bestenfalls als Gag für eine Faschingsrede und hat mit der Realität nichts zu tun. Eine Realität, in der HC Strache offenbar noch immer nicht angekommen ist. Die burgenländische FPÖ und die Bundespartei unter ihrem Obmann Norbert Hofer ziehen in jedem Fall an einem Strang.“

Strache sei, so Ries, ein Opfer seiner selbst: „Es reicht uns. Wir wollen mit diesem Menschen nichts mehr zu tun haben und wir ersuchen ihn, das zur Kenntnis zu nehmen. Er hat uns enttäuscht, er hat uns getäuscht und er hat vor allem tausenden Funktionären schwersten Schaden zugefügt. Und dass er mit Norbert Hofer jenen Politiker, der alles daran setzt, die Suppe auszulöffeln, die er uns eingebrockt hat, kritisiert, ist schäbig. Norbert Hofer hat das Parteiprogramm der FPÖ geschrieben, er hat als Präsidentschaftskandidat das beste Wahlergebnis erreicht, das jemals ein freiheitlicher Politiker eingefahren hat und er hat in all den Monaten des letzten Wahlkampfes nie ein schlechtes Wort über seinen Vorgänger verloren. Er hat trotz der Folgen seines Unfalls nie auch nur eine Minute gejammert. Welchen Charakter muss man haben, um ausgerechnet diesen Menschen zu kritisieren?“

Hofer ortet Ernüchterung für Schwarz-Grün"

 

Norbert Hofer meinte, das schlechte Abschneiden der eigenen Partei sei "kein Grund, in Selbstmitleid zu verfallen". Hofer sah darin vielmehr einen "klaren Auftrag im Sinne des Burgenlandes und seiner Bevölkerung weiterzuarbeiten". Der FPÖ-Chef stärkte zudem Landesobmann Hans Tschürtz den Rücken. Die gemeinsame Regierungsarbeit sei erfolgreich gewesen. Daher ging Hofer davon aus, dass viele Menschen, die Doskozil ihre Stimme gegeben haben, sich eine Fortsetzung wünschten.

Das Ergebnis müsse nun "im Detail" analysiert werden, so Hofer, der darin auch eine "Ernüchterung für Schwarz-Grün" ortete. So sei es der türkisen ÖVP nicht gelungen, das schlechte Ergebnis der "dunkelschwarzen" ÖVP im Jahr 2015 vergessen zu machen.

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