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Chronik Burgenland
09/14/2020

Baustopps als Bremse für boomendes Nordburgenland

Ungebrochener Zuzug zwingt Gemeinden zum Handeln. Steigende Nachfrage lässt die Preise massiv steigen.

von Michael Pekovics

Eisenstadt reicht es. Mit einer zweijährigen Bausperre für den mehrgeschossigen Wohnbau reagiert die burgenländische Landeshauptstadt auf das zunehmende Interesse von Investoren an Grundstücken mitten in Gebieten, in denen Einfamilienhäuser zu finden sind. Denn die Siedlungsgrenzen wurden bereits festgelegt, großflächige Umwidmungen für Wohnbauten auf der grünen Wiese sind kein Thema.

Einfamilienhäuser sind von dieser Maßnahme nicht betroffen. „Wir wollen Nachverdichtung, aber eine qualitätsvolle, die ins Ortsbild passt“, sagt Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP). Derzeit habe man bei neuen Projekten keine rechtlich verbindlichen Gestaltungsmöglichkeiten, weil die Grundstücke ja schon umgewidmet und damit die Regeln festgelegt worden seien. Jetzt wird ein Teilbebauungsplan erstellt, in dem definiert wird, wie viele Wohneinheiten auf bestimmten Grundstücksflächen möglich sind.

Wie die Preise explodieren

Ähnlich hat man bereits vor einem Jahr auch in Jois (Bezirk Neusiedl am See) reagiert. Aufgrund der steigenden Nachfrage wurde ein zweijähriger Baustopp erlassen. Einerseits, um Spekulanten Einhalt zu gebieten, andererseits um jungen Joisern den Kauf eines Grundstücks in ihrer Heimatgemeinde zu ermöglichen.

Das wird ohnehin zunehmend unrealistischer, auch wenn die Preise noch lange nicht das Niveau von Wien oder seinem Umfeld erreicht haben.

Ein Bauplatz in Jois ist ab 240 Euro pro Quadratmeter zu haben, in den vergangenen 10 Jahren hat sich der Preis mehr als verdoppelt. Die Situation ist in so gut wie allen nordburgenländischen Gemeinden ähnlich – und der Markt boomt weiter. Im Bezirk Eisenstadt werden regelmäßig österreichweit die meisten Immobilientransaktionen in Relation zur Bevölkerung abgewickelt.

Im Süden ist alles billiger - noch

Die Folge sind steigende Preise auch in den Bezirken Mattersburg und Oberpullendorf. Grundsätzlich gilt: Je näher zu Wien, desto höher die Kosten.

Im Südburgenland ist die Entwicklung relativ stabil. Noch. Denn mit zunehmender Mobilität (siehe oben) steigt auch das Interesse an Immobilien in den Bezirken Oberwart, Güssing und Jennersdorf. Das Preisniveau ist freilich nicht vergleichbar: Laut immowelt.at kostet ein Quadratmeter Haus oder Wohnung im südlichsten Bezirk nur 1.070 Euro – das ist ein Drittel von Baden.

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