Im August 2020 kam es in Jennersdorf zu einer größeren Überschwemmung.

© APA/STADTFEUERWEHR JENNERSDORF/UNBEKANNT

Chronik Burgenland
07/27/2021

Baumaßnahmen im Burgenland: Teurer Schutz vor dem Wasser

Heuer blieb das Burgenland von Katastrophen weitgehend verschont. Damit das so bleibt, wird in den Hochwasserschutz investiert.

von Michael Pekovics

Im Vergleich zu den möglichen Schäden ist das Geld gut angelegt: Seit 2010 wurden rund 15 Millionen Euro im Burgenland in den Hochwasserschutz investiert. Heuer werden nochmals insgesamt 13,7 Millionen Euro in Bauvorhaben und Instandhaltungsmaßnahmen fließen.

Im vergangenen Jahrzehnt haben die Maßnahmen ihr Ziel quasi erreicht: Abgesehen von lokalen Ereignissen kam es kaum zu größeren Überflutungen, wie zuletzt im Westen oder im benachbarten Niederösterreich. „Diese Unwetter zeigen aber, dass die rasche Implementierung von Schutzmaßnahmen das Gebot der Stunde ist“, sagte der zuständige Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) am Dienstag bei der Präsentation des soeben fertiggestellten ersten Bauabschnitts des Hochwasserschutzes von Rohrbach im Bezirk Mattersburg.

Mehr als eine Million Euro wurde investiert, Land und Bund tragen je 40 Prozent, der Rest kommt von der Gemeinde.

Rückhaltebecken

Seit März des Vorjahres wurde am Rückhaltebecken „Grabenäcker I“ gearbeitet, um die Region so vor einem hundertjährlichen Hochwasserereignis zu schützen. Denn sollte es in diesem Bereich zu extremen Starkregenereignissen kommen, könnte die Lage aufgrund der zu geringen Abflusskapazitäten des teilweise verrohrten Dorfbachs kritisch werden, sagt Bürgermeister Günter Schmidt (SPÖ).

Ähnliche Probleme gibt es aber nicht nur in Rohrbach, generell werden Unwetter zu einem größeren Problem.

Wann gab es im Burgenland zuletzt größere Überflutungen?

Ende Juni und Anfang Juli 2009 sorgten heftige Niederschläge für Überschwemmungen und kritische Situationen im Osten und Südosten. Am schlimmsten waren Niederösterreich, die Steiermark und das Burgenland von den Rekordregenmengen betroffen, die größten Schäden gab es damals im Südburgenland.

Wo kann ich mich als Bürger über Hochwasserprognosen, Niederschlagsmengen, Wasserstände oder Überflutungsflächen informieren?

Das Wasserportal Burgenland bietet auf der Homepage wasser.bgld.gv.at umfassende und frei abrufbare Informationen zum Thema Wasser – angefangen von den Pegelständen der Seen und Flüsse über das Grundwasser bis hin zu Niederschlagsmengen und Hochwasserprognosen.

Neben dem aktiven Hochwasserschutz (Minimierung von Hochwasserschäden durch bauliche Maßnahmen) wird im Burgenland auch auf den passiven Hochwasserschutz gesetzt, also den Ankauf von Überflutungsflächen.

23 Projekte sind derzeit in Umsetzung, weitere fünf Hochwasserschutzprojekte befinden sich in der Planungsphase.

150 Millionen Euro wurden seit 2010 in den Neubau und in die Instandhaltung von Hochwasserschutzanlagen investiert.

240 Rückhaltebecken wurden seit 1990 im Burgenland errichtet.

In welchen Gemeinden werden derzeit größere Bauvorhaben umgesetzt?

Laut Auskunft der Baudirektion werden derzeit in folgenden Gemeinden größere Projekte umgesetzt: Kleinhöflein bekommt ebenso wie Sigleß, Rohrbach, Weiden bei Rechnitz und Zuberbach ein neues Rückhaltebecken. Hochwasserschutz-Baustellen gibt es derzeit außerdem in Ritzung, Rattersdorf (Siebenbründlbach), Unterwart (Pinkazubringer), Weichselbaum (Raabzubringer), Grafenschachen/Loipersdorf (Stögersbach) und Eisenzicken (Zickenbach). Ein anderes großes Projekt ist die Sanierung der durch Mattersburg fließenden Wulka.

Weitere Gemeinden, in denen gerade eifrig gebaut wird, sind Gols (Sanierung Kanal), Klausenbach, Dobersdorf, Kukmirn, Oberwart (Pinka und Wehoferbach), Riedlingsdorf, Markt Allhau, Mariasdorf und Stadtschlaining.

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