© Michael Pekovics

Chronik Burgenland
12/08/2021

Apotheker und Fotografin an Spitze der Corona-Protestpartei MFG

Die in Oberösterreich erfolgreiche Partei fasst nun auch im Burgenland Fuß.

von Thomas Orovits

Die Corona-Protestpartei MFG (Menschen-Freiheit-Grundrechte) will auch im Burgenland Wurzeln schlagen. „Die Landesorganisation im Burgenland ist im Aufbau begriffen“, hatte Bundesvorstandsmitglied Gerhard Pöttler nach dem überraschenden MFG-Einzug in den oberösterreichischen Landtag Ende September gemeint.

Mittlerweile ist man schon weiter. MFG-Landessprecher ist der Apotheker Helmut Eller aus Oberschützen, ihm zur Seite steht die Berufsfotografin Maria Hollunder aus St. Margarethen. Der Salzburger Jurist Pöttler ist so etwas wie der Burgenland-Beauftragte seiner Partei; am Dienstag nahm er an einer Kundgebung in Oberwart teil, vor dem Lockdown hat es ebenfalls im Burgenland ein Treffen mit Interessenten gegeben.

Ob sich schon ein Antreten bei den Kommunalwahlen im Herbst 2022 ausgeht, lassen Eller und Hollunder im KURIER-Gespräch noch offen, aber „möglich“ sei es, sagt Eller. Wichtiger seien aber die Nationalratswahlen, mit deren Vorverlegung man bei MFG offenbar fix rechnet. Die Protestpartei sei aber schon in mehreren Gemeinden vertreten, versichert Eller im Hinblick auf die Kommunalwahl, Namen will er aber keine nennen. Was er dezidiert ausschließt, ist eine Zusammenarbeit mit anderen politischen „Fliehkräften“ wie LBL-Gründer Manfred Kölly oder dem freien Mandatar Géza Molnár, einem bekennenden Impfverweigerer.

Eller: „Wir stehen für eine neue Art von Politik“. Da will man offenbar auch bei altgedienten Politikern nicht mehr anstreifen.

Als Newcomerin versteht sich auch Hollunder. Ihre frühere Mitgliedschaft im ÖVP-Wirtschaftsbund sieht sie als formale Notwendigkeit, weil man halt ein Mäntelchen brauchte, um in der Wirtschaftskammer Landesinnungsmeisterin der Berufsfotografen sein zu können. Mitgliedschaft und Innungsmeisterin hat sie mittlerweile zurückgelegt, um Interessenskonflikte zu vermeiden.

Die dreifache Mutter, die aus Wien stammt und seit gut 20 Jahren im Burgenland lebt, wird nach Einführung der Impfpflicht im kommenden Jahr wohl „eher Strafe zahlen“, als sich impfen zu lassen. Zusatz: „So lange ich es mir leisten kann“. Warum? Sie habe „Angst, dass die Impfung negativ für mein Immunsystem“ sein könnte.

Klar gebe es Covid-19-Infektionen, aber sie sei guten Mutes davon verschont zu bleiben, meint Hollunder. Und wenn es sie doch erwischen sollte, würde sie eher auf ein Intensivbett verzichten, als es jemand anderem wegzunehmen.

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