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08/06/2021

Bio Austria seit 40 Jahren auf dem Bio-Weg

Bio Austria feiert heuer das 40-jährige Bestehen und setzt sich seit der Gründung für eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft im Burgenland ein – mit Erfolg

von Roland Pittner

Die biologische Landwirtschaft gehört zum Betrieb der Familie Pölz in Lackendorf, Bezirk Oberpullendorf, dazu. Rita Pölz und ihre Familie brennen für ihren biologischen Weg am Acker und in der Tierhaltung. Ihre Eltern gründeten einen der ersten Biobetriebe im Burgenland und waren Vorreiter.

„Mein Vater hat immer zur Mutter gesagt, wir spritzen jedes Jahr das Unkraut und es kommt immer wieder, da stimmt was nicht“, erzählt Pölz. Ein TV-Beitrag über Biobauern aus Niederösterreich und ein Treffen mit diesen überzeugte die Eltern und sie verzichteten ab 1980 auf Handelsdünger und Spritzmittel. „Damals hieß es nicht, bio ist richtig, wichtig und gehört ins Regal. Es gab auch keine Förderung, die lockte“, sagt Pölz, vor den anderen Bauern wurde der neue Weg des Betriebs sogar geheim gehalten.

Doch schon bald war klar, der Familienbetrieb arbeitet anders. „Wir hatten Disteln und Kornblumen in den Feldern“, schildert Pölz, ihre Eltern wurden für den Bio-Ansatz belächelt. „Es war schon ein Sprung ins kalte Wasser, aber uns war klar, es ist der richtige Weg und wir sind bis heute standhaft geblieben“, sagt die Landwirtin, die neben Bio-Ackerbau auch Milchkühe hält.

1981 zählten die Eltern von Pölz auch zu den ersten Mitgliedern im „Landesverband Burgenland organisch-biologisch wirtschaftender Bauern Österreichs zur Förderung des biologischen Landbaus“. Der Verband wurde 2005 in Bio Austria umgewandelt und unterstützt Bauern bei der Umstellung und bei fachlichen Fragen. „Es gibt ein umfangreiches Kursangebot und die Interessen der Biobauern werden gegenüber der Politik vertreten“, sagt Bio-Austria-Burgenland-Obmann Franz Traudtner.

Das Image der Biolandwirtschaft hat sich seit den steinigen Anfängen gewandelt. Die Bio-Produkte sind gefragt und auch die Supermarktketten führen ein vielfältiges Bio-Sortiment. „Wir haben unser Getreide früher den Bäckern angeboten, und es gab kaum mehr Geld für biologische Ware“, schildert Pölz. Heute will sogar das offizielle Burgenland zum Bioland Nummer eins werden. Geht es nach der SPÖ-Regierung, sollen bis 2027 die Hälfte der Flächen im Land biologisch bewirtschaftet werden. Mit einer Umstellprämie und eigenen Bioberatern soll das Vorhaben beschleunigt werden. Beste Voraussetzungen für Bio Austria, um die Landwirte auf ihrem Bioweg zu begleiten.

50.000 Hektar

Aktuell zählt der Verband rund 820 Mitglieder im Burgenland, die auf mehr als 50.000 Hektar Acker-, Wein-, Gemüse- und Obstbau betreiben. Das Wachstum ist kontinuierlich. „Bei uns ist jeder willkommen, der sich für die biologische Wirtschaftsweise begeistern kann“, erklärt Traudtner.

Denn Klimawandel und Strukturwandel stellen viele Betriebe vor große Herausforderungen. „Bio soll nicht nur am Teller, sondern auch in den Köpfen der Menschen ankommen“, erklärt der Obmann. Denn mit der biologischen Wirtschaftsweise würden gleich mehrere aktuelle Probleme in Angriff genommen: „Sei es der Klimawandel, das Tierwohl und generell der respektvolle Umgang mit der Natur, hier haben wir Lösungen“, sagt Traudtner.

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