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Chronik Burgenland
08/24/2021

27 Gemeinden und Land bauen Businesspark

Im Bezirk Oberpullendorf entsteht ein zehn Hektar großes Gewerbegebiet, das Leitprojekt für den Bezirk sein soll. Es gibt auch Kritik.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Gespräche über einen Businesspark zwischen Oberpullendorf und der Nachbargemeinde Steinberg-Dörfl gebe es mindestens seit 2014, sagt Steinberg-Dörfls Bürgermeisterin Klaudia Friedl (SPÖ). Dass sie mit ihrem Amtskollegen Rudolf Geißler (ÖVP) als „rot-schwarzes Pärchen“ jetzt über Gemeindegrenzen hinaus dessen Realisierung bewirken konnte, das erfülle sie mit Freude, so Friedl: Am Montag fiel der Startschuss für den interkommunalen Businesspark.

Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann, Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner (beide SPÖ) sowie der Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Burgenland (WiBuG), Harald Zagiczek, präsentierten die Pläne.

Für das interkommunale Projekt wird die Landestochter WiBuG mit 27 der 28 Kommunen des Mittelburgenlandes (Deutschkreutz ist nicht dabei, Anm.) eine Gesellschaft gründen. Als Dachmarke werde sie Vermarktung und Verwertung der Betriebsflächen betreiben.

Die Kosten für die Grund- und Erschließungsmaßnahmen auf rund 10 Hektar – beim Zubringer zur S31 gelegen – betragen etwa 5,4 Millionen Euro. 70 Prozent davon berappt die WiBuG, 30 Prozent die Gemeinden. Der Clou: Die Gemeinden teilen sich die Haftungen der Darlehen für die Errichtung ebenso wie die Kommunalsteuern.

Der Baustart ist für März 2022, die Fertigstellung für Ende 2022 avisiert. Interesse gebe es etwa von einem Fast Food-Betreiber, einer Möbel- und einer Supermarktkette. 40 Prozent der Flächen sind bislang konkret verplant.

„Kluges Wachstum“ laute das Motto im Land, so Schneemann. So sollen auch wirtschaftlich schwächere Regionen gestärkt werden. Der interkommunale Wirtschaftspark sei da das Richtige, „um regionale Ungleichheiten auszugleichen“.Auch im Bezirk Jennersdorf wird als Pilotprojekt ein Wirtschaftspark errichtet.

Bürgermeister Geißler zitiert eine Studie der Agentur Pöchhacker von 2019. Demnach lag der Bezirk Oberpullendorf im „Zukunftsranking der österreichischen Städte“ auf dem vorletzten Platz. Ein Grund für das schlechte Abschneiden sei u. a. die niedrige Arbeitsmarktdichte gewesen.

Der Businesspark werde nun „ein wichtiger Motor für Wachstum und Beschäftigung in der Region sein und diese immens aufwerten,“ sind Dorner und Schneemann überzeugt. 200 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Kritik an den Plänen

Auch die Kritik der Gegner – die Grünen hatten immer wieder vor der Bodenversiegelung gewarnt – habe man berücksichtigt. So habe man sich mit den Gemeinden geeinigt, dass für Flächen, die für den Businesspark benötigt werden, bestehende Baulandwidmungen in Ackerland rückgewidmet werden sollen. Um wie viel Fläche es sich handelt? „Wir sind noch in Verhandlungen“, so Zagiczek.

Laut Dietmar Csitkovics von der Bürgerinitiative BLOP! habe man aber auch Sorge, dass Betriebe aus Oberpullendorf in den neuen Wirtschaftspark abwandern. „Wir haben 30 Prozent Leerflächen. Wenn das weiter steigt, ist der Ortskern in Gefahr.“

In Oberpullendorf will man nun mit einem eigenen Konzept die Ortskernbelebung forcieren. Das Thema werde am Dienstag auch im Gemeinderat behandelt, so Bürgermeister Geißler.

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