Die problematischs­ten Fans Deutschlands

Der DFB den Dynamo Dresden wegen seiner gewaltbereiten Fans vom Cup ausgeschlossen.

Der deutsche Zweitligist Dynamo Dresden darf in der kommenden Saison nicht am DFB-Pokal teilnehmen. Das Bundesgericht des DFB bestätigte am Donnerstag sein Urteil vom Dezember. Nach den Vorkommnissen rund um die Zweitrunden-Partie im deutschen Cup bei Erstligist Hannover 96 am 31. Oktober 2012 war der Dresdner Klub im Dezember vergangenen Jahres vom DFB-Sportgericht zu der drakonischen Strafe verurteilt worden. Im Vorfeld der in Hannover ausgetragenen Partie kam es zu schweren Ausschreitungen. Mehrere Ordner sowie drei Gäste-Fans erlitten Verletzungen, es kam zu Sachbeschädigungen. Laut Polizei hätten nur mit einem Großaufgebot von rund 1.000 Beamten rund um die Partie schwere Krawalle verhindert werden können. Manche werden sich an dieser Stelle fragen, warum man beim Gastspiel eines Zweitligisten nicht weniger als 1.000 Polizisten engagieren muss. Die Antwort ist leider simpel: Krawalle von Dresdner "Fans" haben seit der deutschen Wiedervereinigung traurige Tradition. Bereits 1991 musste das Rückspiel im damaligen Europapokal der Landesmeister gegen Roter Stern Belgrad (damals Jugoslawien) wegen heftiger Randale abgebrochen werden. Dynamo wurde daraufhin von der UEFA für zwei Europapokal-Saisonen gesperrt. Auch in der Bundesliga-Zeit des Vereins gab es bis 1995, dem Jahr in dem Dynamo aufgrund von hohen Schulden in die drittklassige Regionalliga Nordost zwangsabsteigen musste, immer wieder schwere Ausschreitungen gewalttätiger Dresdner Hooligans. So stellt im Februar 2005 der Karlsruher SC Strafanzeige gegen die Randalierer beim Zweitliga-Spiel gegen Dynamo. Trotz starker Sicherheitsvorkehrungen werden aus dem Dresdner Block und später auch von KSC-Fans Feuerwerkskörper abgefeuert. Drei Zuschauer erleiden Brandverletzungen. Fast genau ein Jahr später kommt es nach Dynamos Gastspiel bei Eintracht Braunschweig vor dem Stadion zu Krawallen. Etwa 1000 der 3000 mitgereisten Dresdner bewerfen die Polizei nach der 0:1-Niederlage mit Steinen und schlagen Autoscheiben ein. Im Oktober desselben Jahres kommt es beim Auftritt des mittlerweile in die Regionalliga abgestiegenen Dresdner Klubs in Berlin zu schweren Ausschreitungen. Beim Spiel gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC werden 23 Polizisten verletzt. 22 Randalierer werden festgenommen. Im Juni 2007 stürmen unmittelbar nach dem Finalsieg von Dynamo beim FC Erzgebirge Aue II im sächsischen Landespokal Dresdner Anhänger den Rasen und prügeln sich mit der Polizei. Die Spieler flüchten in die Kabinen. Dresdner Rowdies nehmen auch die Partien ihrer zweiten Mannschaft gerne als Anlass für Frustbewältigungen schlimmster Art. Nach dem Spiel in der sächsischen Landesliga im Oktober 2007 zwischen Dynamo II und dem 1. FC Lok Leipzig kommt es zu Ausschreitungen. Zehn Menschen, darunter vier Polizisten, werden verletzt, 229 Gewalttäter in Gewahrsam genommen. 14 Festnahmen und 16 Strafanzeigen lautet die Bilanz nach dem Relegations-Rückspiel zur 2. Liga in Osnabrück in Mai 2011. Die Polizei verhindert nach eigenen Angaben „größere Ausschreitungen“. Der Schiedsrichter pfeift die Partie vorzeitig ab, beim anschließenden Platzsturm werden Polizisten von Dynamo-Fans attackiert. Im Oktober desselben Jahres kommt es während der Cup-Partie zwischen Borussia Dortmund und Dynamo zu massiven Störungen durch Dynamo-Anhänger. Das Spiel steht wegen des Zündens von bengalischen Feuern sowie Rauch- und Knallkörpern mehrfach kurz vor dem Abbruch. Bei Krawallen rund um das Stadion werden mehrere Personen verletzt und festgenommen. Der DFB-Kontrollausschuss fordert den Ausschluss von Dynamo Dresden aus dem Pokal-Wettbewerb in der Saison 2012/13. Das DFB-Bundesgericht kippt das Urteil und verhängt stattdessen ein Geisterspiel in der 2. Bundesliga sowie eine Geldstrafe in Höhe von 100 000 Euro - als letzte Warnung. Diese Warnung haben die uneinsichtigen Anhänger missachtet und mit dem besagten Cup-Gastspiel in Hannover das Fass zum Überlaufen gebracht. Was sie vom deutschen Fußballverband halten ist ebenso unmissverständlich, wie das was ein "normaler" Fan von solchen "sogenannten Fans" hält.
(kurier, dpa) Erstellt am
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