Tugendwächter

Guido Tartarotti

Guido Tartarotti

Die Grünen verströmen den strengen Geruch des Tugendwächtertums.

von Guido Tartarotti

über die Grünen

Warum hauen sich die Grünen – trotz unzweifelhafter Integrität – so häufig den Kopf an der Zehn-, Zwölf-Prozent-Marke blutig (sieht man vom Sonderfall Kärnten ab) – in NÖ sogar bei acht Prozent? In NÖ wurden die Grünen sicher auch von den Pendlern mit Nichtbeachtung bestraft, die der Partei ihre (wertfrei festgestellt) mutige Verkehrspolitik in Wien übel nehmen.

Aber es geht auch um etwas anderes: Die Grünen verströmen, seit dem Ende der Ära Van der Bellen stärker denn je, den strengen Geruch des Tugendwächtertums. Ob zu Recht oder zu Unrecht: Sie haben das Image der Humorlosen, der Spaßbremsen, der Fleischlosen, der Kampfradfahrer, der Kröten-Retter, der Bulgur-und-Bauchtanz-Bobos.

Nun ist es leicht und nicht sehr gescheit, Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzen, als Ödbären zu denunzieren. Andererseits: Eine Welt, in der alle immer nur tugendhaft sind und ihren ökologischen Fußabdruck polieren – die wäre schon sehr fad. Und als politisches Programm wird so etwas nie mehrheitsfähig sein.

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