Von wegen Kugelgelenke: Schon Dinos hatten Bandscheiben

Tyrannosaurus rex hatte reichlich Möglichkeiten für eine Bandscheibenvorfall.
Die Urzeit-Tiere verfügten - anders als ihre Nachkommen - über Bindeglieder zwischen den Wirbelkörpern.

Ein Bandscheibenvorfall ist keine Erfindung des modernen Menschen. Schon Saurier könnten unter den Beschwerden gelitten haben. Deutsche Forscher haben jetzt nämlich herausgefunden, dass diese Tiere a la Tyrannosaurus rex schon vor Millionen Jahren über ein Bindegliede zwischen den Wirbelkörpern verfügten. Bei ihren Nachkommen - Schlangen, Vögel und Reptilien - ist das nicht der Fall. Sie haben Kugelgelenke entwickelt.

Saurier mit menschenähnlicher Anatomie

Die Paläontologin Tanja Wintrich von der Abteilung Paläontologie im Institut für Geowissenschaften der Universität Bonn stellte Nachforschungen an. Sie fand heraus, dass die Wirbelkörper der meisten Saurier denen des Menschen zum Verwechseln ähnlich sehen – also keine Kugelgelenke bilden.

Kugelgelenke setzen sich bei Reptilien durch

Die Befunde zeigten auch, dass Bandscheiben ein ursprüngliches Merkmal des Körpers darstellen und bereits mehrmals in der Evolution bei verschiedenen Tieren neu entstanden sind. Vermutlich wurden sie bei Reptilien sogar zweimal durch Kugelgelenke ersetzt. Der Grund: "Vielleicht weil sie anfälliger für Schäden sind als ein Kugelgelenk“, sagt Wintrich.

Mensch in evolutionärer Sackgasse

Bei Säugetieren - einschließlich dem Menschen - ist die Bandscheibe trotz jahrelanger evolutionärer Entwicklung immer noch unverändert. Eine Schwachstelle, wie die Bonner Wissenschafter finden: "Wir haben die Grundannahme, dass alles was wir im Menschen sehen das Beste ist, aber wir befinden uns in einer evolutionären Sackgasse", erklärt Paläontologe Martin Sander: "Diese Erkenntnis ist auch zentral für das medizinische Verständnis des Menschen. Sein Körper ist nicht perfekt und seine Erkrankungen spiegeln unsere lange Entwicklungsgeschichte wider.“

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