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Wissen Wissenschaft
02/25/2021

Virologe Krammer: "Normales Leben in absehbarer Zeit möglich"

Krammer ist überrascht von der Effektivität der Impfstoffe. Er plädiert erneut für eine Studie mit zwei verschiedenen Impfstoffen in Tirol.

von Christina Michlits

In einem Pressegespräch hat sich der in New York forschende österreichische Virologe Florian Krammer über den derzeitigen Stand von Impfstoffen und den Mutationen in Bezug auf Österreich geäußert.

Der KURIER fragte nach, ob Krammer glaubt, dass wir in absehbarer Zeit (ein, zwei Jahren) zu einem normalen Leben wie vor Corona zurückkehren können? "Oder gibt es mit neuen Mutationen immer neue Probleme mit der Generierung von Impfstoffen, Lockdowns, und so weiter?"

"Ja, ich glaube, dass wir zu einem ganz normalen Leben zurückkehren werden. Es ist zwar noch nicht ganz klar, wie sich die das Virus entwickelt. Aber auch bei der Influenza hat man es mit verschiedenen Typen zu tun und das gut unter Kontrolle."

Gute Nachrichten

Über die derzeitigen Daten bezüglich Impfstoffen ist er wohl gestimmt: "Es gibt gute Nachricht" was die Vakzine betrifft, sagt Krammer: Nämlich zwei neue Studien, die wissenschaftlich zeigen, wie gut die bereits vorhandenen Impfstoffe wirken.

"Auch nach einer Impfung wirken Pifzer/Biontech und AstraZeneca schon gut." Das würden neue Daten aus Schottland und Israel gerade anhand von "Real Life Studien" zeigen.

Dabei seien vor allem die Infos aus Schottland interessant, weil auch ältere Leute untersucht wurden – und hier der zunächst skeptisch aufgenommene Wirkstoff von AstraZeneca sehr gut wirke.

Überraschend ist dabei laut Krammer, dass die Zahlen fast genauso gut sind wie in der Untersuchung der Vakzine in Phase drei, die unter kontrollierten Bedingungen stattfand. "Diese Zahlen sind meist etwas besser als im realen Leben. Die Effektivität ist bei diesen Impfstoffen aber fast gleich, wie die neuen Daten zeigen. Eine sehr positive Nachricht."
 

Nur eine Impfung für Corona-Infizierte

Gleich sechs Studien zeigen zudem, dass Menschen, die nach Corona-Infektionen eine Impfung bekamen, schon eine extrem gute Immunantwort hatten - übrigens auch gegen die Südafrika-Variante. Eine zweite Impfung ist also für diese Personen nicht unbedingt nötig, wie Krammer schon mehrmals erklärte. Man sollte sich neue Guidelines überlegen, wie man mit Corona-Genesenen beim Impfen umgeht, meint der Virologe.

Mutationen

Zu den Mutationen: Die britische Variante sei zwar infektiöser, aber derzeitige Impfungen wirken gut gegen sie, auch jene von AstraZeneca.

Bei der Südafrika-Variante, die in Österreich noch nicht besonders verbreitet ist, wisse man, dass der Impfstoff von Johnson & Johnson in seiner Wirksamkeit reduziert ist, auch wenn sie nicht komplett aufgehoben ist. Auch AstraZenca wirke gegen B.1.351 nicht besonders gut. Untersuchungen für Pfizer und Moderna fehlen noch.

Studie in Tirol mit Impfstoff-Kombinationen

Einen Studienvorschlag unterstützt Krammer im Pressegespräch erneut: Dass man zuerst mit AstraZeneca impft und dannach mit Pfizer.

Für die vorgeschlagene kleine Studie in Tirol mit Impfstoff-Kombinationen "darf natürlich keinem anderen Österreicher eine Impfung weggenommen werden", sagt der Virologe. Er appelliert an Pharmalieferanten, die Studie mit zusätzlichem Impfstoff zu unterstützten. "Österreich könnte hier ein Vorreiter werden."

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