CORONAVIRUS - IMPFZENTRUM LEIPZIG

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Wissen Wissenschaft
01/13/2022

Studien zeigen: So wirksam sind mRNA-Booster gegen Omikron

Antikörper nach einem mRNA-Booster sind kaum schwächer als gegen den Wildtyp. Auch Hochbetagte sind nach drittem Stich besser geschützt.

von Elisabeth Kröpfl

Mit Auftreten der Omikron-Variante des Coronavirus wurden die aktuell zugelassenen Impfstoffe vor eine neue Herausforderung gestellt. Denn die Omikron-Variante (BA.1/B.1.1.529) verfügt über eine Vielzahl von Mutationen - auch im Spikeprotein. Wissenschafterinnen und Wissenschafter untersuchen nun, wie wirksam aktuell verfügbare Impfungen gegen die sich weltweit rasch verbreitende Variante wirklich sind und welche Rolle der dritte Stich dabei spielt.

Nur mRNA-Geboosterte geschützt

Eine neue internationale Studie (als Preprint veröffentlicht) unterstreicht die Bedeutung der Drittimpfung im Kampf gegen die grassierende Omikron-Variante des Coronavirus. Laut der Untersuchung von Expertinnen und Experten aus Boston und Harvard sind nur mit mRNA-Impfstoffen geboosterte Personen gegen die neue Variante geschützt. Genesene und Geimpfte dagegen nicht. Untersucht wurden Blutproben von 239 Personen, die mit Moderna, Biontech/Pfizer oder Janssen geimpft worden waren.

Mittels Blutproben

Um die Wirksamkeit der Impfung zu erheben, wurden Blutproben der Studienteilnehmerinnen und Teilnehmer entnommen. Diese wurden dann gegen unterschiedliche Typen des Coronavirus getestet: Die ursprüngliche Virusvariante oder Wildtyp, die Delta-Variante und die neue Omikron-Variante.

Zudem teilten die Forscher die 239 geimpften Personen in unterschiedliche Zeitgruppen: Kürzlich vollständig Geimpfte (bis drei Monate), vor längerem vollständig Geimpfte (zwischen sechs und zwölf Monaten) und geboosterte Personen.

Ihre Ergebnisse: Bei einem Großteil Proben konnten die Forscherinnen und Forscher keine neutralisierende Wirkung auf die Omikron-Variante feststellen. Einzig mit mRNA-Impfstoffen geboosterte Personen wiesen neutralisierende Antikörper auf. Diese Antikörper wirkten zudem kaum schwächer gegen Omikron als gegen das ursprüngliche Virus. 

Personen, die mRNA-geimpft und genesen sind, entwickelten nur zum Teil neutralisierende Antikörper gegen die Omikron-Variante, die außerdem deutlich weniger wirksam waren als im Vergleich zum Wildtyp.

Die Studienergebnisse zeigen somit, dass der dritte Stich zu höheren Antikörperzahlen mit neutralisierender Wirksamkeit führt. Doch auch die Breite der Immunität ist vergrößert: Der Booster zeigt gegen alle drei Virustypen gute Wirkungen.

Boostern schützt Ältere

Die Wichtigkeit des Boostern zeigt auch ein Forschungsteam aus Marburg, Berlin und Frankfurt am Main auf. Denn auch wenn inzwischen gut zwei Drittel der deutschen Bevölkerung vollständig geimpft ist, nimmt der Impfschutz mit der Zeit ab. Der dritte Stich kann dem entgegenwirken.

So zeigen die Ergebnisse der Forschungsgruppe, die im Fachblatt Nature Microbiology veröffentlicht wurden, dass Menschen über 80 Jahren teilweise eine dritte Impfung benötigen, um auf den Impfstoff von Biontech anzusprechen. "Krankheitsausbrüche bei älteren Geimpften geben Anlass zur Sorge, und so wir fragten uns, wie zuverlässig eine Impfung bei Älteren zu einer guten Immunreaktionen führt", führt Dr. Henrik Mei vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ) laut dem Deutschen "GesundheitsPortal" aus.

Blutproben von Hochbetagten

Die Forscherinnen und Forscher analysierten 51 Blutproben von Menschen über achtzig (zweimal geimpft) und ermittelten, wie viele Antikörper und T-Lymphozyten (beide bilden wichtige Abwehrmittel gegen Krankheitserreger) gegen SARS-CoV-2 sie gebildet hatten. Die Werte verglichen sie dann mit einer Kontrollgruppe mit Menschen zwischen 20 und 53 Jahren.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Probandinnen und Probanden über 80 weniger Antikörper und T-Lymphozyten aufwiesen als die Jüngeren. Fünf der über 80-Jährigen wiesen nach dem zweiten Stich etwa gar keine oder verschwinden wenige Antikörper und T-Lymphozyten nach. Das entspricht etwa zehn Prozent der Probandinnen und Probanden.

Diese fünf Betroffenen erhielten 16 Wochen nach ihrem ersten Stich den Booster. "Am Tag der Boosterimpfung erwiesen Blutuntersuchungen, dass keine messbare Immunantwort gegen das Coronavirus mehr vorlag", berichtet der Marburger Virologe Dr. Christian Keller, ein Leitautor der Studie laut dem Deutschen "GesundheitsPortal".

Innerhalb von zwei Wochen nach der dritten Dosis bildeten vier der fünf Geboosterten jedoch gleich viele Antikörper wie die jüngere Gruppe nach ihrem zweiten Stich. Der fünfte Proband hätte auch nach einer vierten Impfung "keine ausreichende Immunantwort" gezeigt, so Keller.

Der Virologe betont die Wichtigkeit des dritten Stichs bei hochbetagten Patientinnen und Patienten: "Die Daten sind seit Auftauchen der neuen Omikron-Variante noch relevanter geworden, da für deren Abwehr besonders ausgeprägte Immunantworten erforderlich sind. Die Risikogruppe der über 80-Jährigen sollte also unbedingt eine frühzeitige Booster-Impfung in Anspruch nehmen."

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