Math lesson

© Getty Images/iStockphoto / izusek/iStockphoto

Wissen Wissenschaft
11/03/2020

Reifeprüfung: Bald ohne Außenstehende

Das geplante Aus für externe Maturavorsitzende stößt auf massive Kritik.

von Ute Brühl

Wer die Matura gemacht hat, erinnert sich noch: Neben den eigenen Lehrern und der Schulleitung war immer auch noch ein anderer Direktor oder Schulinspektor dabei, der während der Prüfungen die Aufsicht hatte.

Damit wird es wohl bald vorbei sein. Denn die neue Matura bringt nicht nur Änderungen bei der Benotung: Zukünftig wird es auch nicht mehr zwingend einen externen Vorsitzenden geben.

Objektive Außensicht

Keine gute Idee finden das sowohl Direktoren als auch Vertreter der Bildungsdirektionen. So meint etwa Michael Sörös von der Bildungsdirektion Wien: „Der Maturavorsitz ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Arbeit des Schulqualitätsmanagements, wie die Schulaufsicht jetzt bezeichnet wird, weil dabei das Ergebnis der Qualitätsentwicklung zu sehen ist.“

Ähnlich sehen das auch Franz Reithuber, der die berufsbildenden höheren Schulen vertritt, und AHS-Direktorensprecherin Isabella Zins. „Es gibt viele Gründe, das derzeitige System beizubehalten“, sagt Reithuber. Neutrale außenstehende Experten seien ein Garant für mehr Objektivität. Fallen diese weg, werde es wohl auch weitaus häufiger Schüler geben, die gegen einen Fünfer Widerspruch einlegen. Susanne Schmid vom Elternvereinsverband Burgenland bekräftigt das. „Die Praxis hat gezeigt, dass Schüler oft aus einem bestimmten Blickwinkel gesehen werden, eine Kontrolle von außen wäre da jedenfalls sinnvoll.“

Feedbacksystem

Externe Vorsitzende könnten laut Reithuber zudem wichtige Tipps geben, wie man das Gespräch bei der Prüfung auch anders führen kann oder darauf hinweisen, wenn eine Aufgabe zu schwierig oder zu einfach ist. Am Ende führe ihre Arbeit auch zu mehr Vergleichbarkeit, was ja die Intention war, als man die Zentralmatura eingeführt hat. Und: „Externe Aufsichten sind eine kostengünstige und effektive Form der Evaluation.“ Seiner Kollegin Isabella Zins geht es auch um die Wertschätzung, die den Maturanten durch den externen Prüfer entgegengebracht wird.

Im Ministerium begründet man die Entscheidung, den Vorsitz in der Schule zu belassen damit, dass man die Verantwortung für die Matura am Standort belassen wolle. Außerdem seien externe Vorsitzende auch in Zukunft nicht vollkommen ausgeschlossen. Die Regel werden sie aber wohl auch nicht sein, so die neue Regelung kommt. Ute Brühl

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.