Psychologie der Lebensspanne: Ab wann ist man eigentlich alt?

Ein alter Mann fühlt sich jung.
Menschen leben heute deutlich länger als noch vor 100 Jahren. Das wirkt sich auf unsere Wahrnehmung des Alters aus und bringt Vorteile für den einzelnen – aber auch neue Herausforderungen.

"Altern ist etwas, das mit der Geburt beginnt", sagt Markus Wettstein. Der deutsche Psychologe widmet sich an der Humboldt-Universität zu Berlin den großen Fragen des Alterns. Wie gehen wir damit um, dass wir älter werden? Wie lernen wir, es mit mehr Gelassenheit zu nehmen? 

Wettstein weiß: "Wenn Menschen übers Alter sinnieren, denken sie oft an Falten und graues Haar – Äußerlichkeiten also." Das sei nur ein Aspekt. "Alter hat keineswegs nur optische Effekte." Mit dem Älterwerden treten auch Veränderungen auf anderen Ebenen auf, der Persönlichkeit oder zwischenmenschlichen Beziehungen etwa. Warum es sich lohnt, diesem Wandel mutig zu begegnen, erklärt der Experte im KURIER-Interview.

KURIER: Herr Wettstein, Sie beforschen das Älterwerden. Was fasziniert Sie daran?

Markus Wettstein: Mich fasziniert, wie vielfältig das Alter und alternde Menschen sind. Die Veränderungen, die sich mit dem Älterwerden einstellen, sind höchst individuell. Interessant – und oftmals verkannt – sind auch die Ressourcen des Alters. So sind ältere Menschen beispielsweise keineswegs unzufriedener mit ihrem Leben, obwohl das viele wegen diverser Alterserscheinungen, zum Beispiel auf körperlicher Ebene, erwarten würden.

Kürzlich haben Sie eine Studie zur Wahrnehmung des Alters veröffentlicht. Ab wann gilt man denn heute als alt?

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