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Wissen Wissenschaft
09/16/2020

Mathe-Matura: Neues Benotungsschema, weniger Taschenrechner

2021 bleiben einige "Corona-Regelungen". Zudem wird der Notenschlüssel und die Bewertung verändert. Und: Ab 2026 wird wieder mehr mit dem Bleistift gerechnet.

von Ute Brühl

Es war ein großes Ärgernis: Obwohl Schüler die gleiche Punktzahl bei der Mathe-Matura erreicht hatten, wurde eine Klausur positiv bewertet, die andere negativ. Zudem schwankten die Ergebnisse von Jahr zu Jahr – in einem Jahr gab es doppelt so viele Fünfer wie im Vorjahr. Damit soll jetzt Schluss sein, sagte Bildungsminister Heinz Faßmann, und kündigte konkrete Änderungen an.

In den berufsbildenden Gymnasien hatte man das Problem übrigens nicht: „Dort orientierte sich die Aufgabenstellung  mehr am Arbeitsmarkt, die AHS war da breiter aufgestellt“, erläutert Faßmann. Und das war wohl ein Teil des Problems. Schlimmer noch:  Ihr Können nutzte AHS-Maturanten an den Universitäten, auf die diese Schulform eigentlich vorbereiten soll, nur wenig. „Wir haben nicht nur Klagen von naturwissenschaftlichen Fachrichtungen gehört“, berichtet Faßmann.

Deshalb soll die AHS-Matura jetzt auf neue Beine gestellt werden. Im ersten Schritt wird es Änderungen in der Benotung geben – die neue Regelung gilt ab 2021. In einem zweiten Schritt sollen die Schüler auf eine neue Form der Matura vorbereitet werden, die erstmals 2026 durchgeführt werden soll.

Verständlich formuliert

Wie die neue Benotung ausschaut, erläutert Michael Eichmair, Mathematiker an der Uni Wien, und Leiter einer Beratungsgruppe, die die neue Mathe-Matura konzipiert hat.
„Wichtig ist es uns, dass die Aufgaben verständlich formuliert werden.“ Textlawinen bei den Angaben gehören jetzt hoffentlich der Vergangenheit an. Auch bei der Bewertung wird es Vereinfachungen geben  – so zählen jetzt alle Punkte  gleichwertig.

Hintergrund: Die Matura ist in zwei Teile geteilt. Bisher zählte vor allem der 1. Teil, wenn es darum ging,  ob ein Schüler die Matura bestanden hat. Zukünftig zählen alle Punkte gleich viel. Zudem wird es im 2. Teil eine „Best of“-Wertung geben. Heißt: Von drei Aufgaben werden nur die besten zwei gewertet.

Bisheriges Bewertungssystem

Die Typ-1-Aufgaben stellen den „wesentlichen Bereich“ dar und sind der schwerwiegende Teil der Benotung: Sind im Teil 1 mindestens zwei Drittel der Antworten richtig (16 von 24), dann ist die Note der gesamten Klausur auf alle Fälle positiv. Fehlen im Teil 1 nur ein paar Punkte, so ist es möglich, diese durch sogenannte Kompensationspunkte aus Teil 2 auszugleichen. Werden damit aber die zwei Drittel trotzdem nicht erreicht, dann ist die gesamte Matura negativ zu bewerten. In beiden Teilen konnte man jeweils 24 Punkte - also in Summe 48 Punkte erreichen.

Neues Benotungssystem

Insgesamt kann man nur noch 36 statt wie bisher 48 Punkte erzielen. Im Teil 1 kann man wie bisher 24 Punkte erzielen, im Teil 2 nur noch 12 Punkte. Dieser Teil, in dem vertiefendes Wissen abgefragt wurde, stand oft in der Kritik, weil die Aufgaben oft über mehrere Seiten gingen. Da soll sich jetzt einiges ändern: In Summe soll es vier Aufgaben geben - die erste Aufgabe soll in einem reduzierten Kontext stehen und man kann vier Punkte erreichen, die voneinander unabhängig sind. Auch für die weiteren drei Aufgaben gibt es jeweils 4 Punkte - gewertet werden aber nur die 2 Aufgaben, für die der Maturant am meisten Punkte erzielt hat ("Best of Wertung").

Neuer Punkteschlüssel - so wird benotet

32 - 36 Punkte: Sehr gut

27 - 31,5 Punkte: Gut

22 - 26,5 Punkte: Befriedigend

17 - 21,5 Punkte: Genügend

0 - 16,5 Punkte: Nicht genügend

8. Klasse-Zeugnis

Eine Regelung aus dem „Corona-Jahrgang“ bleibt – und das nicht nur in Mathe. Die Jahresnote der 8. Schulstufe  zählt zu 50 Prozent. Wo die Note nicht eindeutig ist, zählt die Maturanote mehr. Zudem muss ein Schüler bei der Klausur mindestens 30 Prozent der Maximal-Punkte erreichen – so soll ausgeschlossen werden, dass Schüler ein leeres Blatt abgeben. Im  Maturazeugnis  soll die Zusammensetzung der Note ausgewiesen werden. Weitere Neuerung: In den Nebenterminen sollen Schulen autonom die Zeit zwischen Schriftlicher und Mündlicher verkürzen können – so können „Herbst-Maturanten“ rechtzeitig ihr Studium beginnen.

Ab der Oberstufe

Ab dem Schuljahr 2025/26 soll es eine neue Form der Matura geben, bei der man sich an internationalen Standards orientieren will. Die Schüler sollen grundlegende Rechengänge auch ohne Taschenrechner bewältigen können, etwa einfache Gleichungen schriftlich lösen können. Dafür braucht es eine neue Form des Unterrichts – dieser soll für alle Schüler gelten, die nächstes Jahr in die Oberstufe kommen. Sie sollen so auf die neue Matura vorbereitet werden, damit  sie diese auch gut schaffen können.

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