Wissen und Gesundheit
14.04.2017

40 Hits, die helfen, Leben zu retten

"Top 40"-Playlist der anderen Art: Diese 40 Hits geben den richtigen Rhythmus für die Herzdruckmassage vor. Ausgewählt hat sie ein renommiertes US-Spital.

Vielleicht ist der Songtitel "Another One Bites the Dust" ("Noch einer beißt ins Gras") nicht der optimalste in so einer Situation. Der Rhythmus des Queen-Klassikers ist es jedenfalls: Denn er entspricht exakt der optimalen Frequenz für eine Herzdruckmassage bei einem Atem-Kreislauf-Stillstand. Das New York Presbyterian Hospital – das größte der Stadt und eines der besten in den USA – hat jetzt eine Liste von 40 "life-saving songs" erstellt, die alle einen Rhythmus von 100 Schlägen (Beats) pro Minute haben.

Sehen Sie hier die gesamte Playlist in einer Grafik (zum Vergrößern auf die Grafik drücken):

Bekannt als Herzdruckmassage-Klassiker sind "Stayin‘ Alive" von den Bee Gees (der auch in Erste-Hilfe-Kursen eingesetzt wird) und – in Österreich – der Radetzkymarsch. Um das Bewusstsein für eine rasche Ersthilfe zu erhöhen, haben die Spezialisten des NewYork-Presbyterian die 100-Beats-per-minute-Playlist aus verschiedenen Musikgenres erstellt.

Hier das Video zum "Reanimationsklassiker" Stayin´Alive:

"In experimentellen Tierstudien hat sich gezeigt, dass in einem künstlichen Blutkreislauf mit 100 bis 120 Druckbewegungen in der Minute die beste Sauerstoffversorgung der Organe – besonders des Gehirns – erreicht werden kann", sagt Univ.-Prof. Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Roten Kreuzes.

Verdoppelte Chance

Laut dem US-Spital kann eine früh durchgeführte Herzdruckmassage die Überlebenschance verdoppeln bis verdreifachen – und jede Minute, die ohne kräftiges Drücken verstreicht, sinkt diese Chance um zehn Prozent. Schreiber: "Ein Ersthelfer ist auf jeden Fall ein unabhängiger Faktor für eine erhöhte Überlebenswahrscheinlichkeit." Dank vieler Initiativen in den vergangenen Jahren steige der Prozentsatz der Fälle von Atem-Kreislauf-Stillstand, wo Ersthelfer aktiv werden: In Wien liegt die Rate bei 50 Prozent. Und Schreiber betont: "80 Prozent der Fälle von plötzlichem Herzstillstand ereignen sich im Privatbereich."

Ein Schulungsvideo des Roten Kreuzes zur Ersten Hilfe bei Atem-Kreislaufstillstand sehen Sie hier:

Die Disponenten in den Rettungsleitstellen leiten Laienhelfer, die keine Erfahrung mit Wiederbelebung haben, bei Erwachsenen mit Kreislaufstillstand nur zur Herzdruckmassage ohne Beatmung an. Eine Anleitung zur Beatmung wird nur bei Kindern gegeben. Der Grund: "Bei Erwachsenen ist die primäre Ursache für einen Herz-Kreislaufstillstand das Herz. Bei Kindern hingegen liegt die Ursache in der Atmung." Deshalb beginnen Profis bei der Reanimation von Kindern mit einer fünfmaligen Beatmung, ehe sie mit der Herzdruckmassage anfangen.

Und hier sehen Sie ein Video des New York Presbyterian Hospital. Achtung: In Österreich nicht die Nummer 911, sondern 144 wählen!