Die Unterwasserwelt ist durch Algen bedroht.

© APA/AFP/WILLIAM WEST

Wissen
04/24/2021

Erstickungsgefahr: Den Weltmeeren geht der Sauerstoff aus

Die Todeszonen in den Ozeanen nehmen deutlich zu, berichtet die UNO. Die Zahl der fast leblosen Gebiete ist auf etwa 700 gestiegen.

Buntes Leben oder Artensterben - was sich unter Wasser abspielt, bleibt dem Auge meist verborgen. Jetzt fördert ein Bericht der Vereinten Nationen zu Tage, dass sich die sogenannten Todeszonen in den Weltmeeren deutlich ausbreiten. Konkret sei die Zahl dieser sauerstoffarmen Gebiete im Meer, in denen kaum noch Leben möglich ist, zwischen 2008 und 2019 von mehr als 400 auf etwa 700 gestiegen, heißt es im zweiten "World Ocean Assessment" der UNO.

AlgenblĂŒten als Verursacher

Besonders betroffen sind demnach neben dem Golf von Mexiko und dem SĂŒdchinesischen Meer auch die Ost- und die Nordsee. Das PhĂ€nomen tritt in einigen Meeresregionen natĂŒrlicherweise auf. Eine Ursache sind AlgenblĂŒten. Nach dem Absterben sinken die Algen langsam nach unten und werden dabei von Bakterien abgebaut, die Sauerstoff verbrauchen. So können sich in der Tiefe riesige Zonen bilden, in denen es zeitweise kaum mehr Sauerstoff im Wasser gibt. Der Eintrag von NĂ€hrstoffen wie etwa Stickstoff und Phosphor in die Meere begĂŒnstigt solche AlgenblĂŒten.

Klimawandel begĂŒnstigt Entwicklung

Die Vereinten Nationen sehen eine Tendenz zur weiteren Verschlechterung der Lage: "Es wird geschĂ€tzt, dass sich der menschengemachte Stickstoffeintrag an den KĂŒsten in der ersten HĂ€lfte des 21. Jahrhunderts verdoppeln wird", heißt es in dem Bericht. Zudem hĂ€tten durch den Klimawandel auch steigende Wassertemperaturen einen negativen Einfluss.

Weniger VorfÀlle mit Schiffen

Eine positive Entwicklung sehen die Vereinten Nationen derweil bei der Anzahl der VorfĂ€lle mit Schiffen. Die UnfĂ€lle auf den Weltmeeren seien in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Von 2014 bis 2018 seien jĂ€hrlich im Schnitt 88 Schiffe „verloren gegangen“, in den fĂŒnf Jahren zuvor seien es im Schnitt 120 gewesen. Fortschritte gebe es auch bei der Senkung von Luftverschmutzung durch Schiffsabgase. Zudem seien VorfĂ€lle mit Öllecks nach wie vor selten.

"Alarmierende" Ergebnisse

„Die Belastungen durch viele menschliche AktivitĂ€ten strapazieren weiterhin die Ozeane, zerstören wichtige LebensrĂ€ume - wie MangrovenwĂ€lder und Korallenriffe“, teilte UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres mit. Er betonte die Rolle des CO2-Ausstoßes, durch den biologische Vielfalt in den Meeren zerstört und KĂŒstenabschnitte wegen des steigenden Wasserspiegels bedroht wĂŒrden. Guterres nannte die Befunde im Bericht „alarmierend“.

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