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Wissen Wissenschaft
12/08/2019

Fischsterben: In diesen Regionen fehlt dem Meer der Sauerstoff

Das nächste Alarmsignal: Der Sauerstoffgehalt in den Weltmeeren ist bedrohlich gesunken. 700 Gebiete sind stark betroffen.

von Axel Halbhuber

Gefahr für Fischbestand. Forscher nennen sie Todeszonen: jene maritimen Gebiete, in denen der Sauerstoffgehalt im Wasser so niedrig ist, dass es praktisch gar keinen mehr enthält. Im Rahmen der Weltklimakonferenz in Madrid veröffentlichte die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Samstag nun ihre Untersuchung, wonach sich solche Todeszonen am Volumen gemessen in den vergangenen fünfzig Jahren vervierfacht haben – vor allem in den Tropen, westlich von Afrika und Südamerika, aber auch im Golf von Mexiko.

Ebenso alarmierend: In den Gewässern vor stark bewohnten Küsten hat sich die Zahl mit niedrigem Sauerstoffgehalt seit 1950 verzehnfacht. Die Konsequenz: Mittlerweile seien Fischbestände in 700 Meeresregionen in Gefahr. 1965 waren es erst 45.

Klimawandel als Hauptgrund

Die rapide Verschlechterung der Sauerstoffsättigung hat zwei Hauptgründe, der Klimawandel ist – wenig überraschend – einer davon. Die Weltmeere nehmen viel von der globalen Erwärmung auf, warmes Wasser kann Sauerstoff aber schlechter aufnehmen als kaltes. Außerdem ist es leichter. Je wärmer die obere Schicht ist, umso weniger vermischt sie sich mit der kühlen Tiefsee, in die dann noch weniger Sauerstoff gelangt.

Der zweite Hauptgrund für den Sauerstoffabfall um zwei Prozent (Vergleich zu 1960) ist die Einleitung von Abwässern in die Meere. Die enthalten Nährstoffe, vor allem aus der Düngung in Landwirtschaft und Aquakulturen, das fördert den Algenwuchs, die dem Wasser wiederum viel Sauerstoff entziehen. Diese Überdüngung betrifft in Europa ganz besonders die Ostsee.

Fischsterben

Die schlechteren Bedingungen wirken sich mehrfach auf Meeresflora- und fauna aus: So sterben Korallenriffe ab, das entzieht Fischen Lebensgrundlagen. Und große Arten wie Thunfisch und Hai müssen etwa öfter in höhere Schichten vorstoßen. In wärmeren Gewässern vermischten sich sauerstoffreiche und -arme Schichten weniger gut, heißt es in dem Bericht. Thunfische und Haie brauchten wegen ihrer Größe und ihres Energiebedarfs viel Sauerstoff. Sie würden in relativ sauerstoffreiche Schichten an höheren Lagen gezwungen und setzten sich dann der Gefahr aus, gefischt zu werden. Überfischung sei die Folge, so die IUCN.

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