Wissen
03.12.2018

Tiercoach: Was einen guten Kratzbaum ausmacht

Modelle müssen verschiedene Bedürfnisse befriedigen, stabil und pflegeleicht sein.

Katzen besitzen 18 Krallen. An den Vorderpfoten können sie je fünf sichelförmige Hautanhängsel ausfahren, an den Hinterpfoten sind es je vier. Die spitzen Hornnägel kommen beim Greifen, Fangen und Klettern zum Einsatz, im Kampf dienen sie als Waffe für Angriff und Verteidigung. Um sie zu pflegen, wetzen die Vierbeiner ihre Vorderpfoten; die Krallen an den Hinterpfoten bearbeiten sie mit den Zähnen.

Multifunktionell

Kratzbäume sind meist multifunktionell. Sie bieten nicht nur die Gelegenheit, die Krallen zu schärfen, sie sind gleichzeitig Aussichtswarte, Versteck und Schlafhöhle“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach hält das Möbelstück nicht für ein Muss, erklärt aber vor Weihnachten, was ein gutes Produkt ausmacht. Auch Katzen werden gern beschenkt.

Überblick und Rückzug

Katzen schätzen von Natur aus den Überblick. Sie beobachten von oben neugierig das Geschehen. In sicherer Höhe genießen sie zudem die Entspannung – Dösen, Träumen, Rückzug, Ruhe. Nicht zuletzt sind Katzen getrieben, ihre Krallen zu kürzen. Gibt es in den Vier Wänden keine artgemäße Möglichkeit dafür, leidet die Einrichtung. Ein Kratzbaum kann die verschiedenen Bedürfnisse befriedigen.

Qualität

Kratzbäume sind eine Investition, die lange halten soll. Da muss man auf die Qualität achten“, rät die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Gute Produkte sind stabil und lassen sich durch nichts aus dem Gleichgewicht bringen. Ein Grundgerüst aus massivem Holz ist ideal. Kartonrohre, die mit Sisalseilen umwickelt sind, halten den Anforderungen nicht dauerhaft stand. Die kuscheligen Stoffüberzüge auf den Plattformen und in den Höhlen sollten ebenso robust wie pflegeleicht sein. Am besten lassen sie sich mit ein paar Handgriffen abmontieren und in der Waschmaschine reinigen.

Lebensraum vergrößern

Mehrere Etagen vergrößern die kleine Welt der Wohnungskatzen. Über den Kratzbaum können sie den Raum optimal nützen. Sportliche Vierbeiner klettern bis knapp unter die Zimmerdecke. Bei der Modellwahl sollten Körpergröße und Fitness des Lieblings berücksichtigt werden. „Man muss den Kratzbaum auch an die Anzahl der Vierbeiner im Haushalt anpassen. Eine Höhle für mehrere Katzen reicht nicht“, sagt Reitl.

Der KURIER-Tiercoach hat noch einen Tipp: „Ein Kratzbaum ist ein Riesending. Er sollte nicht nur der Katze gefallen.“

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at