Tiercoach: Katzen mit Freigang müssen kastriert sein

Tiercoach: Katzen mit Freigang müssen kastriert sein
Der KURIER-Tiercoach beantwortet Leserfragen - z.B. zu Nachbars Kater, der markiert. Eine OP hilft.

Wann stellt der fremde Kater endlich das Markieren ein? Wann hört das Auge der Main Coon zum Tränen auf? Leser fragen, KURIER-Tiercoach Katharina Reitl antwortet:

Unsere Nachbarn haben einen lieben, jungen Kater, der aber seit heuer überall markiert. Wir haben uns bisher zusätzlich zu unseren Katzen mit ihm befasst. Jetzt möchten wir aber nicht, dass unser neu renoviertes Haus innen und außen stinkt. Wir haben schon viel versucht, sinnlos! Es ist furchtbar! Die Nachbarn lassen ihn nicht kastrieren: es sei wider die Natur. Was können wir tun?

Ich gehe davon aus, dass das Markieren in Ihrem Haus und dieses „penetrante“ Eindringen durch die Kastration des Katers deutlich schwächer werden bzw. ganz aufhören würde. Und Kastration ist für Freigänger Pflicht. Ihre Nachbarn können das Tierschutzgesetz nicht negieren! Es geht hier zwar nicht um das Markieren, sondern um die Verbreitung von Seuchen, die unkontrollierte Vermehrung und auch die Verletzungsgefahr der Katzen durch Revierkämpfe. Für Ihr Problem wäre die Begleiterscheinung aber dienlich. Denn üblicherweise hört das Territoriummarkieren mit der Kastration auf. (Ein Protestmarkieren wird nicht beeinflusst.) Wird ein Kater sehr spät kastriert, hält er eher an seinem unerwünschten Verhaltensmuster fest. Mit einer automatischen Katzenklappe mit Chip-Sensor wär Ihr Haus in jedem Fall sicher.

Ich habe eine Main Coon, ca. 6 Jahre alt, aus dem Tierheim geholt. Ihr Auge tränte. Mit einer Salbe wurde es kurzzeitig besser. Inzwischen habe ich verschiedene Salben probiert – auch mit Cortison. Langfristig hat meiner Cloe aber nichts geholfen. Es scheint sich um eine chronische Krankheit zu handeln?

Sie sollten unbedingt einen auf Augen spezialisierten Tierarzt aufsuchen. Gerade Cortison sollte bei der Katze nur nach Indikation verabreicht werden. Ist das Tränen nämlich durch eine Herpesinfektion oder Chlamydien und Mykoplasmen verursacht, ist der Wirkstoff kontraindiziert. Weiters neigen Main Coon zu einer Lidfehlstellung, was das Schmieren und Tropfen von Antibiotika und Cortison sinnlos macht. Hier könnte eine Operation Erleichterung verschaffen. Eventuell ist das Tränen mit Hygiene und Pflege zu managen. Nicht zuletzt könnten verlegte Tränengänge Ursache sein. Der Grund des Tränens muss abgeklärt werden, erst dann ist ein zielführende Behandlung möglich.

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at

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