Der Bestand an Schmetterlingen geht insgesamt zurück.

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Wissen
07/05/2019

Schmetterlingszählung: Was flattert in Österreichs Gärten?

Blühendes Österreich und GLOBAL 2000 rufen zur Schmetterlingszählung auf - über eine App; noch bis 28. Juli.

Wer wird der meistgesichtete Schmetterling 2019 in Österreichs Gärten? Erneut der Kaisermantel? Übertrifft die Steiermark Niederösterreich an Artenvielfalt? Wer hat den buntesten Garten im Land? Blühendes Österreich und GLOBAL 2000 rufen heuer bereits zum dritten Mal auf, bei der Schmetterlingszählung „Zeig' her deinen Schmetterlingsgarten“ mitzumachen. Noch bis 28. Juli soll der Bestand der Schmetterlinge in den österreichischen Gärten über die App „Schmetterlinge Österreichs“ erhoben werden.

Bedrohte Viefalt

Bereits die Hälfte aller in Österreich heimischen Schmetterlingsarten sind akut vom Aussterben bedroht oder gefährdet. Deshalb führen Blühendes Österreich und GLOBAL 2000 jedes Jahr eine große Erhebung in Österreichs Gärten durch. Bereits letztes Jahr haben tausende Citizen-Scientists innerhalb von 25 Tagen 23.000 Schmetterlingsbeobachtungen gesammelt - heuer soll dieses Ergebnis getoppt werden.

Erfassung mittels App

Einfach die App „Schmetterlinge Österreichs“ herunterladen und öffnen. Dann pirsche man sich an einen Schmetterling im Garten heran, schieße ein Foto und bestimmte das Insekt mithilfe der App. 189 heimische Schmetterlingsarten - Tagfalter und Nachtfalter - sind mit hochwertigen Fotos und genauen Steckbriefen eingespielt. Ab sofort können die Schmetterlinge neben dem Smartphone oder Tablet auch von zuhause aus, vom PC hochgeladen werden. Die App kann mit Google Play (https://www.ots.at/redirect/playgoogle) oder über den App Store (https://www.ots.at/redirect/appstore) bzw. über www.schmetterlingsapp.at installiert werden.

Ziel der Zählung

„Wir wollen herausfinden, welche Schmetterlinge in den heimischen Gärten oder auch auf Balkonen und Terrassen vorkommen. Die Schmetterlingszählung in den Gärten ist ein wichtiger Baustein, um den Zustand der Faltervielfalt auf privaten Flächen in Österreich zu dokumentieren. Wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzen die Daten, um Verbreitungskarten zu adaptieren und den Artenschutz voranzutreiben“, erzählt Helmut Höttinger, Schmetterlingsexperte und wissenschaftlicher Betreuer der App. „Wir haben in Österreich über drei Millionen Gärten. Das ist ganz schön viel Lebensraum, den man den bedrohten Schmetterlingen und anderen Insekten oder Vögeln zurückgeben oder auch wegnehmen kann.“

Objekte anlocken

„Es kommt vor allem darauf an, insektenfreundliche, heimische Pflanzen im Garten zu verwenden. Haben die Insekten auch ein wildes Eck zur Verfügung oder es wachsen Frühblütler oder auch artenreiche Blumen oder Hecken, ist damit schon viel erreicht. Wenn man auch nur ein paar Anreize schafft, wie weniger mähen oder keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel verwendet, kommen die Schmetterlinge wie von alleine zurück“, sagt Dominik Linhard, Biologe von GLOBAL 2000. Biologischer Dünger wie Kompost oder natürliche Schädlingsbekämpfungsmittel, die den Boden gesund halten, locken Falter in den Garten. Die Insekten mögen darüber hinaus bunte Wiesen und Brennnesseln. Damit steht sowohl Futter für die Raupen, als auch Nektar für die Schmetterlinge bereit.