Wissen
12.03.2018

Müllproblem: Taucher schwimmt durch Meer aus Plastik

Die Videoaufnahmen eines britischen Tauchers zeigen, wie groß das Plastikproblem in unseren Meeren wirklich ist.

Pro Tag produziert die Weltbevölkerung Berechnungen des Fachjournals Nature zufolge an die 3,5 Millionen Tonnen Müll. Vor allem Plastikmüll ist ein großes Problem, da er nicht verrottet und das Aufkommen rasant ansteigt. 2015 rechneten Forscher im Fachmagazin Science vor, dass jedes Jahr etwa acht Millionen Tonnen Plastikmüll nur in den Weltmeeren landen. Besonders bedenklich: In einigen Gebieten gibt es inzwischen mehr Mikroplastikteilchen als Plankton. Auch die Zahl der im Meer schwimmenden Fische könnte Experten zufolge 2050 von Kunststoffteilen überschritten werden.

Müll, Müll, Müll

Wer sich unter diesen Zahlen wenig vorstellen kann, dem hilft Rich Horner auf die Sprünge. Der britische Taucher veröffentlichte vergangene Woche ein Video auf seinem Facebook-Profil, das ihn bei einem Tauchgang am "Manta Point" auf der Insel Nusa Penida, etwa 20 Kilometer von Bali entfernt, zeigt. In dem zweieinhalbminütigen Clip zu sehen: Müll, Müll - und noch mehr Müll.

In seinem Facebook-Posting schreibt Horner, dass eine Meeresströmung ein "entzückendes Geschenk" angespült hätte. Nämlich: Quallen und Plankton, und jede Menge Müll. Tatsächlich schwimmt Horner durch unzählige Plastiksackerl, Flaschen, Müllsäcke und allerhand andere Plastikverpackungen. Als er sich der Wasseroberfläche nähert, stößt er an einen Müllteppich, der sich dort gebildet hat.

Wie der Guardian berichtet, wird Bali seit Monaten regelrecht von Müll überschwemmt. Dieser kommt während der Regenzeit von der benachbarten Insel Java, eine vulkanreiche Insel zwischen Sumatra und Bali. Die Müllreste überfluten auch die Strände der beliebten Urlaubsinsel. Auf Bali finden deshalb seit geraumer Zeit regelmäßig sogenannte "Beach Cleanups" statt. Dabei sammeln engagierte Menschen an Land Abfall ein. Eine Lösung für das globale Plastikproblem ist das freilich nicht. Hinzu kommt, dass es in Indonesien nach wie vor nur wenig Bewusstsein für Recycling und Müllvermeidung gibt. Von staatlicher Seite werden ebenfalls keine Maßnahmen gegen die Verschmutzung gesetzt. Laut Guardian ist das Land der zweitgrößte Verursacher von Plastikmüll nach China. Rund 130.000 Tonnen Abfall werden laut der Organisation Rivers, Oceans, Lakes and Ecology (ROLE) dort täglich produziert. Die Hälfte landet auf Mülldeponien, die andere Hälfte wird illegalerweise verbrannt.

Plastik "reist" weiter

In einem Update schreibt Horner, dass Taucher sich wenige Tage später erneut an die Stelle begaben. Zu diesem Zeitpunkt war der Müll mitsamt der Strömung bereits weitergewandert - "weiter auf seiner Reise, in den Indischen Ozean".