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Wissen Gesundheit
07/23/2021

Zweitstich mit Biontech nach zehn Wochen am wirksamsten

Ein längerer Abstand zwischen den beiden Dosen führte zu mehr Antikörpern und einem höheren Anteil an T-Helferzellen.

von Anita Kattinger

In einer vom britischen Department of Health and Social Care (DHSC) finanzierten Studie haben Forscher herausgefunden, dass im Vergleich zu einem vierwöchigen Abstand ein zehnwöchiges Intervall zwischen den beiden Impfdosen von Biontech/Pfizer höhere Antikörperspiegel sowie einen höheren Anteil einer Gruppe von infektionsbekämpfenden Zellen im Körper, den so genannten T-Helferzellen, erzeugt.

Aus diesem Grund empfehlen die Wissenschaftler für britische Bürger einen achtwöchigen Abstand zwischen der ersten und zweiten Dosis, wenn es darum geht, eine starke Immunantwort zu erzeugen und gleichzeitig die britische Bevölkerung vor der Delta-Variante des Coronavirus zu schützen.

Abstände änderten sich seit Zulassung

Zu Beginn der zweiten Welle der Covid-19-Pandemie traf das Joint Committee on Vaccination and Immunisation die Entscheidung, für die beiden damals verfügbaren Impfstoffe einen Abstand von zwölf Wochen zwischen zwei Dosen zu empfehlen. In Österreich wurde Biontech anfangs mit einem dreiwöchigen Abstand - wie im Studien-Modell - empfohlen, dann wurde der Impfabstand verlängert, angesichts der Gefahr von Delta wird die zweite Dosis derzeit wieder mit einem Abstand von drei Wochen verimpft.

Susanna Duanchie von der University of Oxford, Leiterin der Studie: "Die ursprüngliche Empfehlung basierte auf der Erkenntnis, dass ein längeres Intervall zwischen den Impfdosen dem Immunsystem die Chance gibt, die beste Reaktion zu zeigen. Die Entscheidung, es auf acht Wochen zu beschränken, ist eine Abwägung der Vor- und Nachteile - zwei Dosen sind insgesamt besser als eine."

Auch Faktoren wie Impfstoff-Versorgung oder Öffnungsschritte müssen in die Entscheidung miteinfließen: "Unglücklicherweise sehe ich nicht, dass das Virus verschwindet, also muss man abwägen, ob man den bestmöglichen Schutz haben will."

Ausnahmen von einem langen Dosierungs-Schema könnte es zum Beispiel für Personen geben, die vor Behandlungen stehen, die das Immunsystem beeinträchtigen können wie eine Krebsbehandlung oder Organtransplantationen.

Was passiert bei einem kürzeren Impfintervall?

Für die sogenannte Pitch-Studie rekrutierten die Forscher laut der britischen Zeitung The Guardian 503 Mitarbeiter des Gesundheitswesens, von denen 44 Prozent (223) zuvor an Covid-19 erkrankt waren, und untersuchten die Immunreaktionen, die durch die Impfung mit Biontech/Pfizer ausgelöst wurden.

Sie fanden heraus, dass sowohl kurze (drei- bis vierwöchige) als auch lange (zehnwöchige) Dosierungsintervalle des Impfstoffes starke Antikörper- und T-Zell-Immunantworten erzeugten.

Aber der längere Zeitplan führte zu höheren Antikörperspiegeln und einem höheren Anteil an T-Helferzellen, was nach Ansicht der Forscher das Immungedächtnis unterstützt.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass ein größerer Abstand auch zu höheren neutralisierenden Antikörperspiegeln gegen die Delta-Variante und alle anderen besorgniserregenden Varianten führte.

In diesem Fall fielen die Antikörperspiegel nach der ersten Dosis ab, so dass die Empfänger nach einer Impfung anfällig gegen die Delta-Variante waren. Aus diesem Grund wird dringend geraten, den zweiten Impftermin einzuhalten.

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