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Wissen Gesundheit
04/14/2020

Zuckerln lutschen: MedUni Wien erforscht Riechstörung bei Covid-19

Nach bestätigter Covid-19-Erkrankung müssen die Studien-Teilnehmer Zuckerln lutschen und einen Fragebogen ausfüllen.

von Anita Kattinger

Zu den Symptomen der Infektion durch SARS-CoV-2 zählen auch Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns, der KURIER berichtete ausführlich.

Virologe Hendrik Streeck von der Universität Bonn hatte mit seinem Team bei der Auswertung von Daten von mehr als 100 Covid-19-Patienten entdeckt, dass ein mehrtägiger Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns ein häufiges Symptom bei Covid-19 ist.

Auch das deutsche Robert Koch Institut nannte bei einer Pressekonferenz am Dienstag Husten, Fieber und Geruchsverlust als die häufigsten Symptome.

Laut einer aktuellen Studie der Universität von Kalifornien ist es zehnmal wahrscheinlicher, an Covid-19 erkrankt zu sein als an einer anderen Krankheit, wenn der Patient unter Geruchs- und Geschmacksverlust leidet. In dieser Studie sind Fieber, Müdigkeit und Geschmacksverlust die häufigsten Symptome.

Wie die MedUni Wien jetzt bekannt ab, ist sie aktuell an Forschungsprojekten führend beteiligt, die die Häufigkeit und den Verlauf von Riechstörungen bei SARS-CoV-2-Infizierten untersuchen.

"Ausführliche und mittels validierter Riechtests erhobene Daten zu Beeinträchtigungen des Geruchs- oder Geschmackssinnes in Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2 Infektion fehlen zurzeit", so Christian A. Müller, Leiter der Ambulanz für Allergie-, Riech- und Schmeckstörungen an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten der MedUni Wien / AKH Wien.

Müller hat mit seinem Team in Kooperation mit Bertold Renner von der Technischen Universität Dresden einen Riechtest zur Wahrnehmung von Gerüchen über den Nasen-Rachen-Raum (retronasale Wahrnehmung) entwickelt, der im Rahmen einer aktuellen Studie bei Patienten mit Riechstörungen nach bestätigter SARS-Cov-2-Infektion zur Anwendung kommt.

Riechtest besteht aus sieben Zuckerln

"Damit kann trotz Heimquarantäne der Schweregrad und die Dauer des Riechverlusts objektiviert werden", erklärt Müller. "Dazu wird den Betroffenen ein Screening-Riechtest sowie Fragebögen geschickt, die diese dann ausgefüllt an uns retournieren."

Der Riechtest besteht aus sieben Zuckerln, die auf der Zunge platziert und gelutscht werden müssen – aus den Antwortmöglichkeiten soll dann der richtige Geruchsstoff identifiziert und angekreuzt werden.

Sobald es die allgemeine Situation wieder erlaubt, werden alle Teilnehmer zur Kontrolle und erweiterten Tests ins AKH Wien eingeladen.

Vergangene Woche hatten Forscher der Danube Private University in Krems, der Johannes Kepler Universität Linz und dem Austrian Institute of Technology (AIT) ein neues Projekt angekündigt, das von der Wissenschaftsabteilung des Landes Niederösterreich unterstützt wird: Sie wollen Riechtests entwickeln, die günstig und einfach anzuwenden sind.

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