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Wissen Gesundheit
09/22/2022

Wie eine Corona-Infektion mit dem Alzheimer-Risiko zusammenhängt

Der Zusammenhang ist belegt, die Henne-Ei-Frage ungeklärt. Eventuell begünstigt das Virus die Erkrankung des Gehirns.

Patienten, die im ersten Jahr der Pandemie wegen Corona behandelt werden mussten, erkrankten im folgenden Jahr zu fast 70 Prozent häufiger an Morbus Alzheimer als vergleichbare Menschen mit anderen Leiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine groß angelegte Studie aus den USA. Die Gründe für diesen Zusammenhang konnten bis jetzt allerdings nicht geklärt werden.

Zusammenhang Infektion und Gehirnerkrankung

Eine infektiöse Ursache für die Erkrankung des Gehirns ist in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder vermutet worden. So gerieten  Herpes simplex, Borrelia burgdorferi, Chlamydia pneumoniae und zuletzt Porphyromonas gingivalis als Auslöser in Verdacht. Sie könnten als Trigger entzündliche Veränderungen begünstigen, die am Ende die Ablagerung von Beta-Amyloiden und Tau-Fibrillen zur Folge haben könnten. Da es bei Covid-19 häufig zu neurologischen Symptomen kommt, wurde auch SARS-CoV-2 in die Liste potenzieller Verursacher aufgenommen.

Studie mit riesigem Datensatz

Ein Team um Rong Xu von der Case Western Reserve University in Cleveland hat hierzu elektronischen Daten von mehr als 95 Millionen US-Amerikanern ausgewertet. Darunter waren 410.748 Personen, die bis Ende Mai 2021 wegen einer Coronainfektion in ärztlicher Behandlung waren.

Hochbetagte und Frauen häufiger betroffen

Die Forscher haben den Patienten die gleiche Anzahl von Personen gegenübergestellt, die wegen anderer Erkrankungen medizinisch betreut wurden, ihnen aber in Alter, Herkunft, sozioökonomischen Umständen, Begleiterkrankungen und dem Konsum von Alkohol und Zigaretten glichen. Ihr Fazit: Corona-Patienten waren zu 69 Prozent häufiger an einem Morbus Alzheimer erkrankt. Am deutlichsten war der Zusammenhang in der Altersgruppe über 85 Jahren sowie bei Frauen.

Schwierige Interpretation der Ergebnisse

Da sich Alzheimer über viele Jahre bis Jahrzehnte entwickelt, kommt SARS-CoV-2 kaum als Auslöser infrage. Die Infektion könnte jedoch den Krankheitsprozess beschleunigt haben, was zu einem Anstieg der Diagnosen führen würde. Denkbar ist allerdings auch, dass Menschen im Frühstadium einer Demenz eine erhöhte Anfälligkeit auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 hatten, ohne dass dies in den elektronischen Krankenakten erkennbar war. In diesem Fall läge eine reverse Kasaulität vor.

Die Studie wurde im Journal of Alzheimer’s Disease veröffentlicht.

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