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Wissen Gesundheit
06/01/2021

Was Kinderärzte zur Covid-Impfung von 12- bis 15-Jährigen sagen

Schutz vor schweren Verläufen im Vordergrund. Eine Impfpflicht lehnen Österreichs Kinderärzte aber ab.

von Elisabeth Gerstendorfer

Seit Freitag ist es fix: Die europäische Arzneimittelzulassungsbehörde EMA lässt den Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche zu. Bald können also Kinder ab zwölf Jahren die Impfung erhalten, das österreichische Nationale Impfgremium setzte sich für die Umsetzung im Impfprogramm aus. Nun veröffentlichte die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) eine Stellungnahme, in der sie sich ebenfalls für die Impfung von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Einer von 1.000: Schwere Verläufe auch bei Kindern

„Wesentlichstes Argument für die Impfung auch von Kindern und Jugendlichen ist der durch die Impfung zu erwartende Individualschutz. Das heißt, dass die Geimpften weitestgehend vor einer Infektion und insbesondere vor schweren Krankheitsverläufen geschützt sind“, heißt es in der Stellungnahme. Die Analyse österreichischer Daten hätte ergeben, dass im Kindes- und Jugendalter bei etwa einer von 1.000 Infektionen mit einem schweren Verlauf gerechnet werden muss.

Rund 500 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahre mussten bisher im Spital behandelt werden, drei Todesfälle wurden registriert. „Bei fehlendem Impfschutz muss im Lauf der nächsten Jahre mit zahlreichen weiteren krankenhauspflichtigen Verläufen gerechnet werden. Demgegenüber gab es in der Zulassungsstudie keine schwerwiegenden Impfkomplikationen“, schreiben die Kinder- und Jugendärzte.

Keine Impfpflicht

Die Impfprogramme in den USA sowie in Kanada, bei denen bereits mehr als zwei Millionen 12- bis 15-Jährige geimpft wurden, hätten keine Berichte über Komplikationen hervorgebracht.

Auch für das Erreichen der Herdenimmunität brauche es das Impfen von Kindern und Jugendlichen. Die ÖGKJ spricht sich aber gegen eine verpflichtende COVID-19-Impfung aus. Sollten sich Kindern und Eltern gegen die Impfung entschieden, sollte dies für Kinder und Jugendliche keine negativen Konsequenzen haben.

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